Rostock

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da !rostock@feddit.de nicht mehr ist 🪦.

Gibt's nun !rostock@feddit.org \o/

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Nutzer des ÖPNV in Rostock müssen sich erneut auf Einschränkungen im Straßenbahnverkehr einstellen. Wie die Rostocker Straßenbahn AG (RSAG) mitteilt, kommt es aufgrund von Gleisarbeiten und Fahrbahnsanierungen im Bereich der Steinstraße im Zeitraum vom 1. bis zum 13. Juni zu Ausfällen und Umleitungen der Straßenbahnen.

So fahren den Angaben zufolge in dem genannten Zeitraum keine Straßenbahnen zwischen den Haltestellen Steintor und Schröderplatz – die Stopps am Neuen Markt, in der Langen Straße und am Kröpeliner Tor entfallen. Alle Linien, so die RSAG, werden umgeleitet.

So bleibt der Neue Markt erreichbar

Die Maßnahme ist, so RSAG-Sprecherin Beate Langner, aufwendig – wie immer, wenn ein Stück des Straßenbahnnetzes wegfalle. Der Neue Markt soll dennoch weiterhin mit dem ÖPNV erreichbar sein. „Die Buslinie 25 wird vom Doberaner Platz bis zur Ersatzhaltestelle Neuer Markt verlängert“, so Langner. Diese befinde sich auf Höhe der Marienkirche. „Dort kann der Bus wenden.“

Die Linie 25 hält nach Angaben der RSAG auch am Kröpeliner Tor (vor dem ScanHotels City) und in der Langen Straße (Höhe Galeria Kaufhof). In die andere Richtung fährt die Linie 25 über den Doberaner Platz zur Thomas-Morus-Straße – die Haltestellen am Schröder- und Deutsche-Med-Platz entfallen.

Diese Umleitungen gibt es für Straßenbahnen

Die Lange Straße ist während der Bauarbeiten für die Straßenbahnen nicht befahrbar, sodass sich Änderungen in der Linienführung aller Bahnen ergeben. So wird die Linie 1 von der Hafenallee bis zur Mecklenburger Allee über den Schröderplatz und den Hauptbahnhof umgeleitet. Die Linie 2 fährt vom Kurt-Schumacher-Ring unter anderem über den Hauptbahnhof zum Südblick. Die Linie 3 verkehrt zwischen dem Neuen Friedhof und dem Südblick.

Die Linie 4 wird vom Südblick aus über den Hauptbahnhof zum Kurt-Schumacher-Ring umgeleitet. Die Linie 5 verkehrt zwischen Mecklenburger Allee und Dierkower Allee und die Linie 6 wird zwischen Campus Südstadt und Neuer Friedhof über den Schröderplatz umgeleitet.

Änderungen auch für Zoobesucher

Betroffen von den Änderungen ist auch der Rostocker Zoo. So wird es vom 1. bis 13. Juni keine direkte Verbindung vom Rostocker Hauptbahnhof zum Tierpark geben.

Die RSAG empfiehlt Besuchern, vom Hauptbahnhof mit den Linien 1 oder 5 zum Goetheplatz zu fahren und dort in die Bahnen 3 oder 6 in Richtung Neuer Friedhof umzusteigen.

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Die Bundesregierung will mehr Bürgergeldempfänger zum Arbeiten bewegen – und will bei Arbeitsverweigerung schneller Totalsanktionen verhängen. Rostock aber macht da nicht mit. Das sei auch eine Frage der „Haltung“, sagt der Sozialsenator. CDU, SPD und FDP sind entsetzt.

Die Jobcenter in ganz Deutschland sollen früher und häufiger als bisher Totalsanktionen verhängen, Bürgergeldempfängern die Leistungen auf einen Euro kürzen – wenn sie eine Arbeit verweigern. So haben es Bundestag und Bundesrat entschieden.

Rechtlich wäre das schon jetzt möglich, doch die beiden größten Städte in MV verzichten bislang auf diese ultimative Strafmaßnahme. Und trotz der Verschärfungen aus Berlin könnte das Rostock auch so bleiben: „Weil wir eine Haltung haben, gibt es keine Totalsanktionen in dieser Stadt“, sagte der zuständige Sozialsenator Steffen Bockhahn (47/parteilos) unlängst vor der Bürgerschaft – und löste damit Empörung aus bei SPD, CDU und FDP.

So oft wurde Bürgergeld in Rostock und Schwerin gekürzt

Ab dem 1. Juli wird es kein Bürgergeld mehr geben, sondern die neue Grundsicherung. Doch weil Arbeitskräfte fehlen und die Bundesregierung bei Sozialkosten sparen will, ändert sich nicht allein der Name. Bisher können die Totalsanktionen verhängt werden, wenn Bürgergeldempfänger eine „zumutbare Arbeit“ nicht aufnehmen.

„Die Arbeitsaufnahme muss tatsächlich und unmittelbar möglich sein und willentlich verweigert werden“, erklärt Ronald Wenk, Sprecher des Jobcenters in Schwerin. Der Nachweis sei aber enorm schwer.

Bisher haben Schwerin und Rostock „lediglich“ gekürzt: In der Landeshauptstadt wurden 2025 insgesamt 1025-mal Leistungen für Bürgergeld-Empfänger gekürzt, in Rostock sogar 2199-mal. Meist, weil die Betroffenen sich nicht beim Jobcenter gemeldet oder Termine verpasst hatten. Lediglich in 35 Fällen in Schwerin und 52 Fällen in Rostock wurden Sanktionen verhängt, weil eine angebotene zumutbare Arbeit nicht aufgenommen wurde.

Künftig sollen Totalsanktionen aber leichter möglich sein – zum Beispiel auch dann, wenn ein Empfänger wiederholt Termine beim Jobcenter verpasst.

Rostock will keine Totalsanktionen

Die Verschärfungen aus Berlin – sie sind seit Wochen auch in der Kommunalpolitik ein Thema: Die Linke wollte Bockhahn und das Hanse-Jobcenter per Bürgerschaftsbeschluss zwingen, Totalsanktionen auszuschließen. Der Senator verkündete, er müsste einem solchen Beschluss widersprechen.

Aber Bockhahn sagte vor der Bürgerschaft auch: „Wir haben 2025 gar keine Totalsanktionen verhängt. Das hätte man mit Sicherheit anders entscheiden können. Aber weil wir es nicht wollten, weil wir eine Haltung haben, gibt es keine Totalsanktionen in dieser Stadt.“

Und genau diese Aussage ruft nun Kritik hervor: „Sollte er es tatsächlich so gemeint haben, stellt er sich über die Regelungen des Bundes. Und das ist schlicht inakzeptabel“, sagt CDU-Fraktionschefin Chris Günther.

SPD-Fraktionschef Thoralf Sens sagt, Totalsanktionen sollten „möglichst“ vermieden werden. Aber: „Auch der Sozialsenator hat Bundesrecht einzuhalten. Seine persönliche Meinung ist unerheblich.“

Bockhahn: „Wir nutzen unser Ermessen“

Der OZ gegenüber stellt Bockhahn jetzt klar: „Die Vorgaben im SGB II wollen, dass Ermessen ausgeübt wird. Sind Sanktionen erforderlich, werden diese verhängt. Dabei sind die Mitarbeitenden angehalten, sachgerecht, angemessen und nicht willkürlich zu handeln. Würden Totalsanktionen alternativlos sein, würden sie verhängt.“ Aber richtig so: „Das Hanse-Jobcenter hat 2025 keine Totalsanktionen verhängt, auch weil es eine entsprechende Haltung gibt.“

FDP-Chefin Julia Pittasch kontert: „Es ist nicht Aufgabe der Stadtverwaltung, Bundesrecht nach den persönlichen oder politischen Ansichten auszulegen und Sanktionen deshalb möglichst zu vermeiden. Das Bürgergeld basiert auf dem Prinzip Fördern und Fordern und nicht auf der politischen ‚Haltung‘ einzelner Senatoren.“

Dass Bockhahn und das Hanse-Jobcenter so großen Wert auf Haltung gegenüber Hilfeempfängern legten, sei unfair gegenüber „denjenigen, die jeden Tag arbeiten gehen und dieses System finanzieren“: „Wenn jemand dauerhaft jede Mitwirkung verweigert und trotzdem praktisch keine spürbaren Konsequenzen zu befürchten hat, beschädigt das die Akzeptanz unseres Sozialstaates.“

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Von akuter Lebensgefahr bis Trunkenheit am Steuer: Für die Einsatzkräfte der Polizei, der Wasserschutzpolizei, der Luftrettung und der Bundespolizei in Rostock geht es bei jedem Einsatz um Sekunden.

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Rostocks Mieten sind um 8,27 Prozent innerhalb von zwei Jahren gestiegen. Das geht aus dem neuen Mietspiegel der Hansestadt hervor, der seit Mai gültig ist. Damit zahlen Mieter im Schnitt 7,72 Euro Nettokaltmiete. 2024 waren es noch 7,13 Euro.

Das sei ein starker Anstieg für Rostocks angespannten Wohnungsmarkt, schätzt Kai-Uwe Glause, Geschäftsführer des Mietervereins Rostock vom Deutschen Mieterbund, ein. „Das hätten wir so nicht erwartet. Es ist eine Belastung für die Menschen der Stadt“, sagt Glause.

Wasserlage Warnow und Warnemünde am teuersten

Zu den teuersten Lagen in Rostock gehören die Neubauquartiere beim Werftdreieck und in Warnemünde. Wassernähe und Neubau bedeuten auch Premiumpreise. Ab Baujahr 2021 rechnet der Mietspiegel mit einem Zuschlag von 4,14 Euro.

Und: Je kleiner, desto kostenintensiver. Während Gesamtmieten für große Wohnungen in vielen Fällen höher sind, ist der Quadratmeterpreis deutlich günstiger als bei kleinen Wohnungen. So beträgt die Basismiete für eine 20 Quadratmeter große Wohnung 8,32 Euro je Quadratmeter. Am anderen Ende des Spektrums: Für 150 Quadratmeter zahlt man 6,64 Euro pro Quadratmeter.

Dierkow und Toitenwinkel am günstigsten

Die günstigsten Adressen in Rostock liegen in Dierkow und Toitenwinkel. Besonders preiswert sind Wohnungen, die im Zeitraum zwischen 1960 und 1990 errichtet wurden.

Gründe für die teuren Mieten können vielfältig sein. Neben der grundsätzlichen Ausgangssituation von hoher Nachfrage und wenig Angebot – der Leerstand in Rostock wird auf unter ein Prozent geschätzt – vermutet Glause, dass Hauseigentümer den Mietspiegel 2024 als Maßstab für Mieterhöhungen genutzt haben könnten. Daten basieren auf rund 1500 Mieten

Eine weitere Erklärung: Die Daten des Mietspiegels basieren auf Stichproben von rund 1500 befragten Rostockern. Dabei können statistische Abweichungen entstehen, erklärt der Mieterverein.

Rostocker können den Mietspiegel bei anstehenden Mieterhöhungen als Vergleichswert nutzen. Zur Berechnung werden eine Basisnettokaltmiete sowie Zu- und Abschläge herangezogen, die Kriterien wie Baujahr, Wohnlage und energetische Sanierungen berücksichtigen. Daraus ergibt sich eine ortsübliche Vergleichsmiete.

Mietspiegel helfen gegen Mietwucher

Vermieter dürfen laut rechtlichen Vorschriften nur alle 15 Monate und nicht mehr als 15 Prozent innerhalb von drei Jahren erhöhen. Dabei darf die ortsübliche Vergleichsmiete nicht überschritten werden. Aufgrund der Mietpreisbremse darf der Preisunterschied 10 Prozent nicht überschreiten.

Im vergangenen Jahr hatte die Landesregierung MV die Mietpreisbremse in Rostock und Greifswald verlängert. Sie ist noch bis zum 30. September 2028 in Kraft.

„Gerade in Zeiten eines angespannten Wohnungsmarktes ist es wichtig, eine fundierte und nachvollziehbare Grundlage für das örtliche Mietniveau zu haben“, sagt Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger (Linke). Er soll zur sachlichen Einordnung der Mietpreisentwicklung dienen.

Erstellt wird der Mietspiegel von der Rostocker Stadtverwaltung mit Unterstützung des Hamburger Unternehmens ALP Institut für Wohnen und Stadtentwicklung GmbH, des Mietervereins und anderer lokaler Organisationen. Der Mietspiegel 2026 ist eine Fortschreibung der ersten umfassenden Datenerhebung von vor zwei Jahren.

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Wo früher Rotorblätter für die Energiewende gefertigt wurden, sollen bald Panzersegmente für die „Zeitenwende“ entstehen. Die Beteiligten geben sich zugeknöpft. Rostock hat aber offenbar Bedingungen gestellt, darf nun aber auf Millionen an Steuern und 150 neue Jobs hoffen.

Baut Liebherr in Rostock bald nicht nur die weltweit größten Hafenkrane, sondern auch Teile für Panzer? Nach OZ-Informationen verhandelt das Unternehmen über einen Kauf des ehemaligen Rotorblattwerkes von Nordex im Rostocker Nordosten. Dort sollen dann die „Wannen“ für Schützenpanzer gefertigt werden.

Die Beteiligten geben sich auf Nachfrage zugeknöpft. Aus mehreren Quellen heißt es jedoch, der Deal stehe kurz vor Abschluss. Und er könne Rostock nicht nur eine dreistellige Zahl neuer Jobs, sondern auch hunderttausende Euro pro Jahr für die Stadtkasse bescheren: Denn Liebherrs neue Verteidigungssparte soll ihren Firmensitz an der Warnow haben. Eine Sprecherin von Liebherr sagt bislang lediglich, man suche einen Standort für die neue Verteidigungssparte in MV.

Werkshallen stehen seit fast vier Jahren leer

Der Windradbauer Nordex hatte vor ziemlich genau vier Jahren die Produktion von Rotorblättern an der Hinrichsdorfer Straße eingestellt, 600 Mitarbeiter mussten gehen. Jetzt bestätigt Rostocks größtes börsennotiertes Unternehmen lediglich, dass man sich in Verkaufsverhandlungen für die riesigen Hallen mit jeweils mehreren tausend Quadratmetern befinde – nennt aber keine Namen.

Zuletzt waren in den Hallen von einem österreichischen Unternehmen Module für die Inneneinrichtung der neuen Zollhochschule in Rostock-Lichtenhagen gefertigt worden.

Auch Liebherr selbst nennt keine Details, bestätigt nicht mal den Standort Rostock. Richtig sei aber, dass das Familienunternehmen „zur Bündelung der Kompetenzen für die Sicherheits- und Verteidigungsbranche die Liebherr Defense Germany GmbH gegründet“ habe.

„Zu den Hauptaufgaben der Gesellschaft zählen zukünftig die Entwicklung und Fertigung sowie der Vertrieb und Service von Produkten für den Verteidigungssektor“, sagt Larissa Lunitz, Sprecherin der Liebherr International AG mit Sitz in Nussbaumen (Schweiz).

Liebherr baut schon für das Militär

„Liebherr schafft derzeit die Voraussetzungen für eine Systempartnerschaft mit der Verteidigungsindustrie und leitet den Aufbau von Fertigungskapazitäten in Mecklenburg-Vorpommern in die Wege“, so Lunitz. „Zu möglichen Gesprächen mit unseren Geschäftspartnern und zu möglichen Projekten äußern wir uns derzeit nicht.“

Liebherr ist im Bereich Verteidigung bereits mit mehreren Tochterfirmen aktiv, baut unter anderem Teile für Luftbetankungssysteme und auch Motoren für die Schützenpanzer Lynx und Marder.

In Rostock sollen nun nach OZ-Informationen Teile für neue Schützenpanzer des deutsch-französischen Rüstungskonzerns KNDS gebaut werden. KNDS reagiert zunächst nicht auf eine OZ-Anfrage.

Rostock stellt Bedingungen

Den Kontakt zwischen Liebherr und Nordex sollen bereits im Oktober auf der Immobilienmesse Expo Real in München Verantwortliche der Hansestadt vermittelt haben. Sowohl der Wirtschaftsförderer Rostock Business als auch das Rostocker Rathaus sowie das Wirtschaftsministerium in Schwerin verweisen darauf, dass Gespräche zu Ansiedlungen grundsätzlich vertraulich seien.

Liebherr soll zudem Flächen von der Hansestadt benötigen. Bedingung aus dem Rathaus: Die Verteidigungssparte soll ihren Firmensitz an der Warnow haben und hier auch Gewerbesteuer zahlen. Und: Rostock darf mit bis zu 150 neuen Jobs rechnen, heißt es.

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"YES AI CAN ist ein innovatives Festival, das sich mit der Schnittstelle zwischen Künstlicher Intelligenz und Kunst auseinandersetzt. Es bietet internationalen Künstler:innen eine Plattform, ihre Arbeiten zu präsentieren und einen Dialog über die Auswirkungen von KI auf die Gesellschaft zu führen. Die Kunsthalle Rostock beteiligt sich mit einer für die Sammlung neu erworbenen Videoarbeit „Betonschiff ohne Namen“ des renommierten Künstlers Carsten Nicolai, welches wiederum als Auftragsarbeit für das Volkstheater Rostock entstand. Carsten Nicolai, 1965 in Karl-Marx-Stadt, heute Chemnitz geboren, arbeitet seit den 1980er Jahren als bildender Künstler. Einen weltweiten Namen machte er sich mit elektronischer Musik, die auch in der Videoarbeit ein wichtiges Gestaltungsmittel ist. Grundlage seines Videos ist ein imposantes Betonschiff, das wie ein steinerner Wal im flachen Wasser in der Wismarer Bucht bei Redentin auf einer Sandbank in der Ostsee festsitzt. Die Kunsthalle Rostock kooperiert im Rahmen des Festivals mit dem Volkstheater Rostock und präsentiert dort die Videoarbeit von Carsten Nicolai." - kultur-mv.de

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In Rostock sollen Hundehalter künftig unter bestimmten Bedingungen von der Hundesteuer befreit werden. Für wen die Ausnahme gilt und welche Besonderheiten zu beachten sind.

Sie heißen Pablo, Frieda oder Loki – und warten teilweise seit Jahren auf ein liebevolles neues Zuhause. Im Tierheim Schlage (Landkreis Rostock), dem größten des Landes, sitzen regelmäßig bis zu 45 Hunde verschiedenster Rasse, die auf Vermittlung hoffen.

Doch die wird immer schwerer. Denn Tierhaltung kostet Geld. „Wir haben auch Senioren, die ihre Hunde abgeben müssen, weil die Rente nicht mehr reicht“, erzählt Viktoria Mehlig, die im Tierheim Schlage als Hundetrainerin arbeitet.

Stadtverwaltung hat Steuerbefreiung zugestimmt

In Rostock könnte es für Hundehalter nun aber bald Entlastung geben. Wer sich einen Hund aus dem Tierheim in Schlage holt, soll drei Jahre lang keine Hundesteuer zahlen müssen. Einen entsprechenden Antrag der Rostocker Grünen hat die Stadtverwaltung bereits befürwortet. Nun muss am 22. April nur noch die Bürgerschaft zustimmen, damit die Änderung noch rückwirkend zum 1. Januar 2026 greift.

„Die Steuerentlastung soll ein Anreiz sein, sich vielleicht doch für einen Hund aus dem Tierheim zu entscheiden, bevor man zum Züchter geht“, sagt der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Felix Winter. Ziel seien vor allem das Tierwohl und die Erhöhung der Vermittlungsquote. „Das ist keine Kritik am Tierheim, wo sich die Menschen liebevoll kümmern. Aber ein privates Zuhause ist für die Hunde natürlich immer schöner“, sagt Winter.

108 Euro Ersparnis pro Jahr für Hundehalter in Rostock

Aktuell müssen Hundehalter in Rostock für den ersten Hund pro Jahr 108 Euro Steuer zahlen. Für den zweiten Vierbeiner sind es 144, für jeden weiteren Hund 168 Euro im Kalenderjahr. Steuerbefreiungen gibt es bisher nur für Assistenzhunde, Blindenführhunde, Diensthunde, Sanitäts- oder Rettungshunde.

Dass auch Halter von Tierheimhunden von der Steuer befreit werden, gibt es bereits in einigen anderen Städten, zum Beispiel Magdeburg. Die Hamburger Bürgerschaft hat eine solche Entlastung gerade beschlossen – ab 2027 und ebenfalls für eine Dauer von drei Jahren. Ein Argument dafür war auch, die Tierheime zu entlasten, die dauerhaft an der Kapazitätsgrenze sind. Erfahrungen aus Städten wie Berlin hätten gezeigt, dass dieser finanzielle Anreiz positive Auswirkungen auf die Vermittlungszahlen hat.

Und das ist nicht nur positiv für die Tierhalter, sondern auch für den kommunalen Haushalt. In Rostock zahlt die Stadt neben einer pauschalen Jahressumme für Fundtiere auch noch 21 Euro pro Hund und Tag für die Unterbringung der Vierbeiner. Werden durch die Steuerbefreiung mehr Tiere vermittelt, könnte das auch den Haushalt entlasten, heißt es in der positiven Stellungnahme aus dem Rathaus.

Vierbeiner bleiben manchmal sogar lebenslänglich im Heim

Viktoria Mehlig findet den Vorschlag der Grünen ebenfalls sinnvoll. „Alles, was mit Blick auf die Kosten für Tierhalter unterstützend wirkt, ist sinnvoll“, sagt die Hundetrainerin. Sie wünschte sich deshalb, dass es auch bei den „extrem gestiegenen“ Tierarztkosten Entlastungen gibt, zum Beispiel durch Rabatte bei Versicherungen. Auch wenn das nicht in der Hand der Stadt liegt.

Aber viele der Tierheim-Hunde, die als schwerer vermittelbar gelten, sind bereits älter und haben besondere Betreuungs- oder Behandlungsbedarfe. „Wir hatten einen Hund, der ist 14 Jahre geworden und war zwölf Jahre davon bei uns“, nennt die Tierfreundin ein besonders krasses Beispiel.

Bei Welpen gehe die Vermittlung meist relativ schnell. Genau wie bei Hunden, die sich problemlos in den Alltag integrieren lassen, also beispielsweise mit Wohnungshaltung und Kindern klarkommen. Wenn ein Hund in weniger als einem Jahr ein neues Zuhause findet, gilt das für Mehling und ihre Kollegen schon als schneller Erfolg.

Oft bleiben die Hunde aber jahrelang oder sogar lebenslänglich in Schlage. Deshalb hoffen auch die engagierten Mitarbeiter vom Tierschutz, dass die Steuererleichterung hilft, mehr Hunde zu neuen Haltern zu bringen.

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Wie kommt der Strom aus der Steckdose? Wo lässt sich ein kleiner Dinosaurier aus dem Sandbett buddeln? Und wie funktionieren Explosionen und Hightech-Gadgets in James-Bond-Filmen? Wer auf solche und ähnliche Fragen Antworten sucht, ist bei der Langen Nacht der Wissenschaften am 23. April in Rostock genau richtig.

Innenstadt rückt in den Fokus

An diesem Tag öffnen nämlich die Universität Rostock und zahlreiche Wissenschafts- und Bildungseinrichtungen zwischen 16 und 22 Uhr ihre Türen für Neugierige aller Altersgruppen. Kostenfrei und ohne Anmeldung.

Der Hauptveranstaltungsort ist der Campus Südstadt in der Albert-Einstein-Straße, doch auch in der Innenstadt und an weiteren Standorten gibt es laut Robert Uhde von der Agentur Sphinx ET viel zu entdecken und auszuprobieren. Uhde, welcher die Lange Nacht seit vielen Jahren in Kooperation mit der Uni und weiteren Partnern organisiert, freut sich besonders, dass „nach mehreren Jahren mit starker Präsenz in der Südstadt“ nun die „Rostocker Innenstadt in den Fokus rückt“.

Beteiligt seien dieses Mal unter anderem die Anatomie, das sanierte Gebäude „Philosophikum“, die Theologie am Universitätsplatz sowie Einrichtungen von den Altertumswissenschaften bis zur Hochschule für Musik und Theater (HMT). „In der Jakobipassage sind interaktive Formate geplant, die Zoologie ist wieder dabei.“ Die Altertumswissenschaften in der Schwarzen Straße bereiten Aktionen für Kinder vor, bei denen „ein kleiner Dino im Sandbett“ zu finden ist.

Schwerpunkt Buchdruck

Dabei soll die Lange Nacht der Wissenschaften 2026 mit mehr als 250 Beiträgen laut Uhde etwas größer ausfallen als im Vorjahr. Auch bei den Besucherzahlen möchte der Veranstalter zulegen: 5000 Besucher kamen 2025, 6000 Besucher werden 2026 erwartet.

Der Grund für den angepeilten Zuwachs sei das Jubiläum „550 Jahre Rostocker Buchdruck“, das sich im Programm der Universitätsbibliotheken deutlich widerspiegelt. „Allein die Bibliothek hat in diesem Jahr über 25 Beiträge“, so Uhde. Geplant seien spezielle Führungen vom Hauptgebäude aus in Buchdepots und Bereiche, die sonst nicht öffentlich zugänglich seien. „Auch im Michaeliskloster und in der Universitätsbibliothek in der Südstadt sind Ausstellungen, Präsentationen und Führungen vorgesehen“, betont Uhde. Die Buchdruck-Ausstellung im Kulturhistorischen Museum, die seit Ende März läuft, sei aber kein zusätzlicher Programmpunkt der Langen Nacht.

Eigener Medizin-Campus ab 2027

Da das bundesweite Wissenschaftsjahr 2026 unter dem Motto „Medizin der Zukunft“ steht, sind entsprechende Angebote auch bei der Langen Nacht der Wissenschaften an mehreren Standorten in Rostock eingeplant, vor allem in der Südstadt. Laut Uhde soll es ab 2027 auch wieder einen eigenen Medizin-Campus im Rahmen der Langen Nacht geben. Die Entscheidung sei vom Dekanat getroffen worden.

Für Familien hat der Organisator dann noch einen Spezial-Labor-Tipp: „Im Inkubator des Forschungsverbundes, Strandstraße 95, können Kinder ab etwa sechs Jahren experimentieren; für ältere Kinder gibt es erweiterte Formate.“