Ich sag jetzt Sachen, die man oft von Leuten hört, die sich nicht besonders mit Politik auskennen. Aber nimm das bitte einfach als meine persönliche Frage. Seit meiner Kindheit interessiere ich mich für Politik, vor allem wegen meiner Familie. Bei uns war es normal, dass man ab und zu politische Sendungen schaut, politisches Radio hört und Bücher zu gesellschaftlichen Themen liest. So bin ich da halt mit reingerutscht und hab das alles zusammen mit meinen Eltern konsumiert. Mir wurde immer gesagt, dass es mein Recht als Mensch ist, mich für Politik zu interessieren.
Jetzt bin ich erwachsen, aber es tut mir ehrlich gesagt weh, Nachrichten zu lesen. Und es liegt nicht daran, dass ich einfach zu sensibel bin oder schlecht mit negativen Dingen umgehen kann.
Ich merke einfach, dass vieles von dem, was mir als Kind vermittelt wurde, in der Realität nicht wirklich funktioniert. Zum Beispiel dieses „Reputationsprinzip“. In Wirklichkeit kannst du in der Politik fast alles sagen oder machen, und es passiert dir nichts du bleibst trotzdem im Spiel. Gefühlt könntest du fast alles bringen. Dazu kommt noch so ein Ding wie das "Recht des Stärkeren", das gerade überall irgendwie präsenter wird. Vielleicht war das schon immer so und mir wurde einfach was anderes erzählt... aber ja, wer Macht hat, kann sich in der Politik oft ziemlich viel erlauben.
Und sorry, ich geh jetzt nicht auf konkrete Beispiele ein davon gibt es einfach zu viele. Im Grunde läuft alles auf eins hinaus: Politik wirkt extrem dreckig und viele Politiker arbeiten am Ende nur für ihren eigenen Vorteil. Das ist genau die Meinung, die sonst jeder Besoffene am Stammtisch raushaut und früher hab ich das nie ernst genommen. Jetzt ertappe ich mich dabei, dass ich genau das gleiche denke wie diese Leute an der Bar.
Warum ist das so geworden? Kann man diesen Pessimismus irgendwie überwinden? Oder wie nennt man das überhaupt?
Ich glaube nicht, dass Informiertheit oder Bildung wirklich helfen können. Für mich sind das so Symbole der Aufklärung, die in der heutigen Welt längst erloschen sind.
Und außerdem: Wie wollt ihr all diese problematischen Leute wie Donald Trump, Herbert Kickl und andere aufhalten, indem ihr Fragen stellt, deren Antworten sowieso jeder kennt sie selbst genauso wie die Leute? So als ob über Trump niemand etwas gewusst hätte. Ich glaube nicht, dass die Medien daran groß etwas ändern können.
Die Medien haben Trump und auch die AfD gross gemacht.
AfD Doku in der ARD-Mediathek
Ca. Minute 18 zeigt den Medieneinfluss.
Ich habe eine lange Diskussion mit jemandem geführt, der Behauptungen aufgestellt hat und meinte, dadurch Recht zu haben. Ohne Bildung und ein Mindestmaß an Logik gibt es nichts besseres als die Promi-geführte Demokratie der Milliardäre.
Trump funktioniert, weil das System schon kaputt war. Z.B. Syrien und Libyen waren Regime Changes durch Obama.
Demokratie ist möglich. Wir sind nur weiter davon entfernt, als wir wahr haben wollen.