Ein wichtiger Pfeiler der Strategie des ungarischen Ministerpräsidenten Péter Magyar ist die Anwerbung von Fachleuten aus den Mainstream-Medien, darunter mehrere prominente Journalisten und Sprecher des kommerziellen Senders RTL.
https://de.wikipedia.org/wiki/RTL_(Ungarn)#/languages
RTL (bis 22. Oktober 2022 RTL Klub) ist der größte ungarische private Fernsehsender. Der heutige größte Eigentümer ist zu 80 Prozent die RTL Group.
Die Kollateralschäden des Wandels haben auch die linke Presse getroffen. Nach 153 Jahren ununterbrochener Erscheinung wurde die Printausgabe von Népszava – einer historischen linken Zeitung, die seit 1877 erschien – mit sofortiger Wirkung eingestellt.
Mediaworks, das den Druck- und Vertriebsvertrag innehatte, kündigte den Vertrag, nachdem Népszava Schulden in Höhe von unglaublichen 342 Millionen Forint (963.000 Euro) bei dem Unternehmen angehäuft hatte.
Hat Orban über Mediaworks so die Opposition kontrolliert oder ermöglicht?
Dieser Schritt folgt auf Enthüllungen des Tech-Unternehmers Gábor Holló, Eigentümer von Ungarns größtem Nachrichtenaggregator Hírkereső. Holló räumte kürzlich ein, dass die Plattform seit 2022 rechtsgerichtete Medien in ihrem Ranking-Algorithmus systematisch um 0,5 % pro Woche herabgestuft habe, was den seit langem vorgebrachten Behauptungen der Fidesz über unerklärliche Zugriffseinbußen Gewicht verleiht.
Dann war Orbans Kontrolle über die Medien doch nicht so groß.