Ich hab letztens „Harriet“ angeschaut. Generell bin ich kein großer Fan von Biopics, aber den hier fand ich besonders Kacke.
Hier wird die Geschichte der wohl beeindruckendsten Freiheitskämpferin der US Geschichte so vermurkst, dass sie am Ende eher wie eine dumme, ungebildete Sturköpfin rüberkommt, deren Erfolg darin begründet wird, dass ihr Handeln von Gott geleitet ist. Sehr schade fand ich auch, dass man der eigentlich guten Hauptdarstellerin nichts zu tun gibt, außer genervt sein und durch die Gegend zu rennen. Auch die anderen Figuren haben nur schemenhafte Bruchstücke von Charakterzügen und Verhalten sich permanent irrational. Die Kostüme und Bühnenbilder sind austauschbar, die Beleuchtung und Cinematografie unterirdisch und die Dialoge kaum auszuhalten. Kann ich wirklich niemandem empfehlen.
Außerdem lese ich aktuell wieder Frankenstein. Absolut verdienter Klassiker mit tollen Ideen und schöner Sprache. Mary Schelley war in ihrem Denken und ihrer Art zu schreiben in vielen Fällen ihrer Zeit voraus. Hier haben deutlich schlauere Leute schon deutlich mehr gesagt, als ich hier je in einen Kommentar packen kann, deshalb halte ich mich dazu hier kurz.

Reading The Clown by Heinrich Böll.
Probably his most famous novel this book mostly criticises post war catholic/capitalist German society for it’s hypocrisy and not really denazifying. It’s good, but the main character, who loses his girlfriend to a catholic and is handling it pretty badly is quite the doomer at times. There is enough cynical humor, sarcasm and irony to not make it too dark to read, but depending on how the story ends it definitely could become pretty dark in the end. It also cuts very close to home with some issues, but that rather enhances the reading experience, despite being quite uncomfortable at times. At times it’s a bit hard to discern wether the author did something on purpose to give his protagonist some negative traits, or if he just believed that stuff himself (especially how women are treated is pretty bad) but I’m quite sure that I’ll be able to judge this better by the end of the book. Overall I’d recommend reading it, but it’s definitely an emotional downer.