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Dass es dabei weniger um ein verfassungsrechtliches Argument als um politische Angst geht, machte Sachsen-Anhalts Staatsminister Rainer Robra für die Landesregierung Sachsen-Anhalts in bemerkenswerter Klarheit deutlich. Weichgekocht durch beharrliches Nachfragen der Richterinnen und Richter legte Robra die Karten auf den Tisch. Er erklärte freimütig, warum die Länder nicht wenigstens die neue KEF-Empfehlung umsetzen oder zumindest einen Fahrplan hierfür aufstellen.

"Wir stehen vor dem Problem, vor dem wir immer stehen, wenn Landtagswahlen anstehen", sagte Robra. Deshalb sei es bislang "nicht möglich" gewesen, die neue KEF-Empfehlung umzusetzen. Warum das trotz handlungsfähiger Landtage so sein soll, erklärte Robra ebenfalls: Das Thema sei politisch tabu. Man habe derzeit "ganz andere Probleme als den öffentlich-rechtlichen Rundfunk". Es gehe darum, ob die Bundesrepublik Deutschland nach den Wahlen "noch dieselbe ist, die wir schätzen", oder ob die Partei an die Macht komme, deren Buchstaben "einen D-Moll-Akkord ergeben" – gemeint war die AfD. "Bei aller Bedeutung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks müssen die Länder auch darauf achten, dass sie sich nicht selbst umbringen", so Robra. Beitragserhöhung ist also politischer Selbstmord.

Damit wurde klar: Die Länder haben den Rundfunkbeitrag weder wegen tatsächlicher Bedenken am Bedarf noch aus Angst vor Akzeptanzproblemen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks eingefroren, sondern, um der AfD keine Wahlkampfmunition zu geben. Aus Angst vor Wahlniederlagen in den Ländern. Entsprechend sah sich Robra außerstande, auch nur einen Fahrplan zuzusichern, wann über die Umsetzung der neuen KEF-Empfehlung beraten wird.

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[–] SomeOneWithA_PC@feddit.org 5 points 2 weeks ago

aus Angst vor Akzeptanzproblemen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks eingefroren, sondern, um der AfD keine Wahlkampfmunition zu geben.

Hä, das ist doch das Gleiche?

Außerdem kann es ja nicht angehen, dass Politik ungewollte Entscheidungen nur trifft wenn sie gerade gewählt wurde und erst mal keine Einmischung vom Bürger mehr passieren kann. Ungewollte Entscheidungen sollten nicht getroffen werden oder erst dann, wenn sie durch Erklärung & evtl. Kompromissen akzeptiert wird. Einfach Wahnsinn wie Politik gemacht wird von so einigen der Gewählten und Wahnwitzig was für ein Kurzzeitgedächtnis ein Großteil der Wähler hat. Wer von Lobbygeld angetane Politiker meiden will kann nicht eine Partei wählen die Politiker auf Listenplatz 1 setzen kurz nachdem deren Nebentätigkeiten aufgedeckt wurden (Amthor CDU) und die dann auch noch Transparenzgesetze die zur Aufdeckung geholfen haben wieder abschaffen wollen. Wer Demokratie ernsthaft stärken will, kann solche Vereine nicht mein Stimmen beglücken.