this post was submitted on 09 Jul 2026
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Frag Feddit (Ask Feddit)

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Ich war Zeit meines Lebens furchtbar in Kunst. Ich habe es wirklich aus tiefstem Herzen gehasst, weil ich weder zeichnen, noch mit Wasserfarben (ich habe diese ollen Dinger aus tiefstem Herzen gehasst, jedes einzige Bild sah streifig aus, weil ich keine Gleichmäßige Deckung hinbekommen habe) umgehen konnte. Das ganze hat dann dazu geführt, dass ich halt verinnerlicht hatte, dass ich halt einfach nicht malen kann und das am besten einfach sein lasse. Irgendwann bin ich dann mit Warhammer Figuren angefangem und siehe da, ich kann doch malen. Wir haben in der Schule im Kunstunterricht nie gelernt wie man wirklich malt. Uns wurde ein Blatt und ein Wassermalkssten vor die Füße gesetzt mit der Anweisung "male ein Bild". So absolute Grundlagen wie dass Gegenstände die näher dran sind heller sind als weiter entfernte Gegenstände haben wir nie gelernt. Der Farbkreis wurde erst in der 8ten Klasse behandelt (also viel zu spät, als dass ich damit was anfangen könnte, weil "ich kann ja schließlich nicht malen").

Der Kunstunterricht hat die Gefördert, denen von ihren Eltern gezeigt bekommen haben wie man mit Wassermalfarben malt und den Rest einfach auf der Strecke liegen gelassen und zusätzlich noch dsrauf eingetreten, weil ich mich ja nur etwas mehr anstrengen muss.

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[–] JensSpahnpasta@feddit.org 4 points 2 days ago (1 children)

Mathe und Sport sind es. Im Sportunterricht war es irgendwie immer ein absoluter Graus und es hat wirklich Jahre gedauert, bis ich dann rausgefunden habe, dass Sport durchaus Spaß machen kann, wenn man nicht in einer Gruppe zu Dingen gezwungen wird oder zu Leistungen, die man nicht abrufen kann. Und wenn diese komischen Gruppendynamiken aus den Schulklassen nicht dabei sind. Heute fahre ich mit Begeisterung mit dem Fahrrad durch die Gegend und habe genau da den Sport gefunden, den ich mag. Würde man mich jetzt wieder zu Step Aerobic zu Spice Girls-Musik zwingen oder zum Barrenturnen oder mich gegen Vereins-Handballer Handball spielen lassen, würde ich das auch furchtbar finden.

Mathe ist irgendwie ähnlich. Mittlerweile habe ich ein intuitives und funktionierendes Verständnis für Mathematik entwickelt und nutze das sogar echt intensiv beruflich. In der Schule war das immer etwas merkwürdig. Ich gehöre zu den etwas älteren Generationen. Da war es immer so, dass sich der Mathe-Unterricht extrem hart gegen sämtliche technischen Innovationen gewehrt hat. Taschenrechner gab es erst später, weil man ja angeblich das Kopfrechnen lernen musste und man nie immer einen Taschenrechner dabei haben würde. Heute habe ich immer einen Taschenrechner im Handy dabei. Aber auch so Dinge wie grafische Taschenrechner oder gar Computerprogramme, mit denen man Kurven automatisch zeichnen kann, um dann die Funktionen wirklich intuitiv zu erfassen, waren meinen Mathelehrern ein Graus. Da durften wir dann auf Millimeterpapier mühselig Kurven zeichnen und wenn man sich dabei verlaufen hat, war das dann ein Fehler in der Klausur und man hat keine Punkte bekommen. Auch damals mit 15 war uns völlig klar, dass ein Computer das besser kann und dass jeder dafür einen Computer nutzen wird. Wir mussten das trotzdem machen und diversen weiteren völlig veralteten Quatsch. Das Gleiche gilt für die gesamte Notation. Ich kann ja verstehen, dass Mathematik eine eigene Sprache ist, aber man erschlägt halt sämtliches intuitives Verständnis, wenn man so extrem auf die Grammatikfehler achtet und die Schüler mit Fehlern erschlägt, wenn sie irgendwas nicht hundertprozentig korrekt wie vorgegeben durchrechnen. Echter Kackunterricht.

[–] kossa@feddit.org 4 points 1 day ago* (last edited 1 day ago)

Dieses "lernt die Grundlagen" war auch an der Uni super grausam. Wir hatten ein Praktikum "Partikeltechnologie". Da geht es um die Einordnung von Schüttgut, wie man welche Parameter bestimmt.

So etwas wie Korngrößenverteilung etc. pp. Da siebt man stundenlang rum, und für irgendeinen Wert musste man eine bestimmte Anzahl klitzekleiner Sandkörner zählen. Waren irgendwie so hundert oder so, unter der Lupe, mit Pinzette. Kam irgendwer gegen den Tisch war die Zählung hinüber und man musste von vorne anfangen.

Es war Sommer und heiß, stundenlang siebten und zählten wir Sand, badeten in Schweiß und es war einfach nur ätzend.

Am Ende sagt der Tutor: "so jetzt zeige ich euch, wie man das heute macht." Im Keller stand dann ein Gerät, wo man Sand reinkippen kann, der saugt das dann in 4 Sekunden durch irgendwelche Lasermagie und man bekommt alle wichtigen Kennwerte und noch mehr, eine Korngrößenverteilung in viel besserer Auflösung als mit scheiß Siebtürmen jemals zu erreichen wäre, einfach alles.

In vier Sekunden. Hab' mich selten so verarscht gefühlt.