this post was submitted on 22 Feb 2026
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DACH - Deutschsprachige Community für Deutschland, Österreich, Schweiz
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Da gibt es bei mir zwei Aspekte:
Beim Ausgangspost ging es darum, dass ein genaues Verständnis des Codes in der Softwareentwicklung wesentlich ist, und dass der Zeitanteil für die Codeeingabe so gering ist, dass selbst eine völlig automatisierte Eingabe Softwareentwicklung gar nicht nennenswert beschleuniglen kann. Gibt es irgendwelche Evidenz, dass das nicht so ist?
Hatte ich doch geschrieben - ich habe diverse Tools die mich etwa 2-3 Wochen Arbeit gekoestet haetten, und ich so in knapp unter einer Woche gebaut habe. Mit Aufarbeiten des Codes damit er wartbar ist - fuer Wegwerftools ist das etwa ein Tag. Weitere Entwicklung danach mach ich manuell, da taugt das nicht fuer, unter anderem wegen fehlendem Codeverstaendnis fuer das was er generiert hat. Hauptarbeit ist auch das so zu lenken dass wartbarer Code rauskommt.
Ergebnis haengt auch sehr stark von der Sprache ab - ich hatte mit Abstand die besten Ergebnisse mit elisp (und mir da auch diverse Sachen gebastelt fuer die ich sonst keine Zeit gehabt haette). Das hilft da deutlich dass es durch den lisp-interpreter gute Fehlermeldungen gibt, und die eingebaute Dokumentation exzellent ist. Da die Welt wohl leider nicht auf Emacs umsteigen wird ist das allerdings fuer die meisten Leute wohl eher nicht relevant.
Deine persönliche Anekdote ist keine Evidenz, weil die Nutzung von KI/GenAI es offensichtlich auch erschwert, den dadurch entstandenen Zeitaufwand realistisch einzuschätzen.
Da gibt es die METR Studie mit erfahrenen Open Source Entwicklern:
https://metr.org/blog/2025-07-10-early-2025-ai-experienced-os-dev-study/
Der Knackpunkt ist, dass die Leute an ihnen gut bekannten Projekten gearbeitet haben unf auch Erfahrung mit KI Nutzung hatten.
Die hatten definierte Tasks und wurden vor dem Beginn der Arbeit gefragt, wie sie denn Zeitaufwand schätzen. Dann wurde zufällig festgelegt, ob sie für diese Task KI nutzen oder nicht. Nach Beendigung der Task wurden sie noch mal gefragt, ob sie glauben dass KI ihnen geholfen hat.
Ergebnis war, dass die Leute geglaubt haben, dass es mit KI schneller geht, dass sie aber objektiv in der Statistik deutlich(!) länger gebraucht haben, als sie geschätzt haben, dass die Aufgaben ohne KI statistisch schneller gingen, und dass sie trotzdem hinterher immer noch glaubten, dass es mit KI schneller sei.
So eine Wahrnehnungsverzerrung macht subjektive Anekdoten wertlos.
Und aus genau solchen Gründen arbeitet man in der Medizin oft mit Doppelblindversuchen und so weiter.