this post was submitted on 22 Feb 2026
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[–] HaraldvonBlauzahn@feddit.org 4 points 17 hours ago* (last edited 17 hours ago) (1 children)

Ich beschreibe hier lediglich meine eigenen Erfahrungen - ich halte nicht viel davon Dinge blind zu hassen ohne sich das naeher angeschaut zu haben.

Da gibt es bei mir zwei Aspekte:

  1. Ich halte meinerseits ganz sachlich nichts davon, so quasi das Wohlergehen der gesamten Wirtschaft auf eine angebliche Wundertechnologie zu wetten, bei der nicht ansatzweise belegt werden kann, dass die hält, was das Marketing verspricht. Extraordinary claims require extraordinary evidence.

Beim Ausgangspost ging es darum, dass ein genaues Verständnis des Codes in der Softwareentwicklung wesentlich ist, und dass der Zeitanteil für die Codeeingabe so gering ist, dass selbst eine völlig automatisierte Eingabe Softwareentwicklung gar nicht nennenswert beschleuniglen kann. Gibt es irgendwelche Evidenz, dass das nicht so ist?

  1. Ich hasse es allerdings in der Tat, ständig Bullshit erzählt zu bekommen und damit regelrecht vollgespammt zu werden. Da finde ich es auch angemessen, mal deutlich zu werden.
[–] aard@kyu.de 0 points 17 hours ago (1 children)

Gibt es irgendwelche Evidenz, dass das nicht so ist?

Hatte ich doch geschrieben - ich habe diverse Tools die mich etwa 2-3 Wochen Arbeit gekoestet haetten, und ich so in knapp unter einer Woche gebaut habe. Mit Aufarbeiten des Codes damit er wartbar ist - fuer Wegwerftools ist das etwa ein Tag. Weitere Entwicklung danach mach ich manuell, da taugt das nicht fuer, unter anderem wegen fehlendem Codeverstaendnis fuer das was er generiert hat. Hauptarbeit ist auch das so zu lenken dass wartbarer Code rauskommt.

Ergebnis haengt auch sehr stark von der Sprache ab - ich hatte mit Abstand die besten Ergebnisse mit elisp (und mir da auch diverse Sachen gebastelt fuer die ich sonst keine Zeit gehabt haette). Das hilft da deutlich dass es durch den lisp-interpreter gute Fehlermeldungen gibt, und die eingebaute Dokumentation exzellent ist. Da die Welt wohl leider nicht auf Emacs umsteigen wird ist das allerdings fuer die meisten Leute wohl eher nicht relevant.

[–] HaraldvonBlauzahn@feddit.org 2 points 3 hours ago

Deine persönliche Anekdote ist keine Evidenz, weil die Nutzung von KI/GenAI es offensichtlich auch erschwert, den dadurch entstandenen Zeitaufwand realistisch einzuschätzen.

Da gibt es die METR Studie mit erfahrenen Open Source Entwicklern:

https://metr.org/blog/2025-07-10-early-2025-ai-experienced-os-dev-study/

We conduct a randomized controlled trial (RCT) to understand how early-2025 AI tools affect the productivity of experienced open-source developers working on their own repositories. Surprisingly, we find that when developers use AI tools, they take 19% longer than without—AI makes them slower.

Der Knackpunkt ist, dass die Leute an ihnen gut bekannten Projekten gearbeitet haben unf auch Erfahrung mit KI Nutzung hatten.

Die hatten definierte Tasks und wurden vor dem Beginn der Arbeit gefragt, wie sie denn Zeitaufwand schätzen. Dann wurde zufällig festgelegt, ob sie für diese Task KI nutzen oder nicht. Nach Beendigung der Task wurden sie noch mal gefragt, ob sie glauben dass KI ihnen geholfen hat.

Ergebnis war, dass die Leute geglaubt haben, dass es mit KI schneller geht, dass sie aber objektiv in der Statistik deutlich(!) länger gebraucht haben, als sie geschätzt haben, dass die Aufgaben ohne KI statistisch schneller gingen, und dass sie trotzdem hinterher immer noch glaubten, dass es mit KI schneller sei.

So eine Wahrnehnungsverzerrung macht subjektive Anekdoten wertlos.

Und aus genau solchen Gründen arbeitet man in der Medizin oft mit Doppelblindversuchen und so weiter.