this post was submitted on 15 Mar 2026
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Europa

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[–] Quittenbrot@feddit.org 2 points 16 hours ago

Nach der Besetzung Lettlands durch die SU hat Lettland nicht Gebiete zugeschlagen bekommen, sondern musste sogar Gebiete an die RSFSR ("Russland") abtreten (Neu-Lettgallen um Abrene/Jaunlatgale/Pytalowo) und dies im Rahmen des Beitritts zu NATO/EU auch de jure noch mal bestätigen.

Die in der Region vor der sowjetischen Besatzung existierende russischsprachige Minderheit betrug ca. 8%. Der weit größte Teil kam nach dem 2. WK im Zuge der gezielten Russifizierung der Region durch Ansiedlung der Russen und Deportation von Letten. 1989 machten Letten in ihrem eigenen Land dann nur noch knapp über 50% der Bevölkerung aus.

Diejenigen, die tatsächlich als russischsprachige Minderheit schon vor 1940 dort wohnten, haben nach 1991 die lettische Staatsbürgerschaft bekommen, sind also nicht von diesen Ausweisungsdrohungen betroffen.

Dann gibts die sog. "Nichtbürger", also jene russischsprachigen, die aufgrund gezielter Ansiedlung während der Sowjetzeit dort leben. Die bekamen nach 1991 nicht die lettische Staatsbürgerschaft, sondern nur einen "Pass light": dauerhaftes Bleiberecht + EU-Freizügigkeit, aber kein Wahlrecht. Die sind auch nicht betroffen.

Betroffen sind nur die, die nach 1991 aktiv die russische Staatsbürgerschaft aufgenommen haben. Diese müssen jetzt lediglich lettische Sprachkenntnisse nachweisen. Etwas, das der lettische Staat seit 1995 den Leuten aktiv anbietet, damit sie im Land Fuß fassen können.