this post was submitted on 27 Mar 2026
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DACH - Deutschsprachige Community für Deutschland, Österreich, Schweiz
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Oof
Lesen braucht Muße, Raum und oft auch Langeweile. Unsere heutige Welt hat davon zu wenig - im übrigen auch und gerade in der Schule, da Didaktik häufig auf das genaue Gegenteil davon setzt: möglichst hohe Aktivierung zu jedem Zeitpunkt des Unterrichtsgeschehens, permanentes Bombardement mit äußeren Reizen durch wuselige Klassen und verhaltenskreative Mitschüler - permanente verbale und nonverbale Kommunikation und Bildungstrends, die das ganze auch noch befeuern (Stichwort: "Digitalisierung" um der Digitalisierung Willen). Lesen ist ja nicht nur Konversion von Graphem zu Phonem, sondern Dekodierung von Bedeutung aus Text, das erfordert Training, welches Aufmerksamkeit erfordert, welche Ruhe erfordert.
Man könnte jetzt unken, dass Schule tatsächlich der wahrscheinlich schlechteste Ort ist, um zu Lesen bzw. Lesen zu lernen.
Um's kurz zu fassen: Wir beobachten immernoch, dass Schüler besonders Lesekompetent sind, wenn sie schon früh und regelmäßig mit gelesenem Text Berührung haben - nämlich bei den Eltern/Großeltern, meistens zu den ruhigeren Tageszeiten - etwa beim Schlafengehen. Vorlesen in ruhiger und entspannter Atmosphäre hilft ungemein, das Arbeitsgedächtnis zu trainieren mit Sprache umzugehen. Da ist es erstmal sekundär, ob das selbst gelesen oder vorgelesen wird. Wenn ich es gewohnt bin, jeden Abend 'ne Geschichte zu hören und nur auf Grundlage der Sprache Inhalte zu memorieren, hilft das unfassbar beim Aufbau von Lesekompetenz. Auf der Gegenseite hab ich halt zunehemnd viele Schüler, bei denen gar nicht gelesen und wo auch keine Geschichten erzählt werden - weder auf Deutsch noch - bei Kinder mit fremdsprachlichem Elternhaus - in der Sprache, die zu Hause gesprochen wird. Genau diese Kids haben schon enorme Schwierigkeiten sich an das zu erinnern, was in einem einzelnen Satz steht.