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DACH - Deutschsprachige Community für Deutschland, Österreich, Schweiz

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In der Lanz-Sendung rät Energieökonomin Claudia Kemfert zur Vergünstigung des Deutschlandtickets sowie zum Ausbau des Nahverkehrs. Davon würden auch Menschen mit niedrigerem Einkommen profitieren.

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[–] Cacaocow@feddit.org 1 points 6 hours ago

Deine Definition von Staat ist wohl der Wirtschaft dienlich zu sein und nicht dem Menschen. Wieso ist es selbstverständlich, dass der Staat die Kosten für den Arbeitsweg subventioniert und nicht dass der Arbeitnehmer seinen Arbeitsweg dem Arbeitgeber in Rechnung stellt? Ach ja, genau das passiert gewisser maßen auch. Im Artikel steht

Viele Menschen pendeln zur Arbeit, aber die Langdistanzpendler, die 100 oder 200 Kilometer fahren und dafür das Auto nehmen – das sind nicht die armen Menschen.“ In den Steuerdaten der Einkommenssteuererklärungen sehe man: „Es sind die Menschen mit dem höheren Einkommen, die oberen zehn Prozent“

Das höhere Einkommen ist quasi eine Pendlerpauschale für den Arbeitnehmer.

Und dazu noch

Der durchschnittliche Abzugsbetrag steigt mit dem Einkommen deutlich an.

Wenn jemand zum Erarbeiten seines Einkommens Kosten hat sollte dieser es auch von der Besteuerung des Einkommens herausnehmen können. Was jedes kleine oder große Unternehmen ebenfalls richtigerweise tut.

Die Kosten zum Erarbeiten werden auch bei Unternehmen nicht von der Steuer ausgenommen. Diese reichen die Kosten über ihr Produkt nur weiter und am Ende wird auf den Endpreis des Produktes die Mwst. fällig. B2B wird halt nicht auf jeden Schritt Mwst. aufgeschlagen, aber irgendwann landet jede Leistung irgendwo im B2C und wird besteuert.

Man muss sich halt anschauen, was man fördern will und was nicht. Und eine höhere Pendlerpauschale fördert wieder nur den Autoverkehr und entlastet vor allem die Gutverdiener. Beides Dinge, die nicht förderungswürdig sind.

Eine Förderung des ÖPNV durch Investition in Infrastruktur und günstigere Ticketpreise hat einfach extreme Skaleneffekte. Es macht den ÖPNV attraktiver zum Pendeln und für Freizeit, was wiederum die Umwelt schützt. Sie nutzt nicht nur den Gutverdienern und Reichen, sondern allen Bevölkerungsschichten.

Ich habe mich auf die Subvention des DE-Ticket bezogen [...]

Die ist wohl kaum anwendbar auf die Forderung hier, da da nur eine Reduktion des Preises aber kein Ausbau des Angebot erfolgte. Außerdem war es von vornherein auf 3 Monate begrenzt. Die Trägheit bei der Änderung von Gewohnheiten ist da doch deutlich größer. Und das es für Freizeitaktivitäten genutzt wurde, zeigt wohl, dass es in hinblick auf Umweltschutz und/oder soziale Teilhabe ein voller Erfolg war.

Ich erwarte dennoch nicht, dass mein Fitness-Studio über die Gesellschaft subventioniert wird

Der Weg zum Fitness-Studio ist aber nicht im Abo enthalten. Also jetzt Wegezoll für freizeitliche Fortbewegung? Und da kommt man dann wieder dahin, dass man Freizeit und Wirtschaftlichkeit nicht trennen kann. Weil da wo Menschen sind, oft auch Konsumiert wird. Und dadurch rechnet sich für die Gesellschaft am Ende auch die Finanzierung von "freizeitlich genutzter Infrastruktur".