Diese Diskussionen und Schilderungen habe ich auch schon mitbekommen und es war für mich erschreckend, wie häufig das passiert. Das fängt bei "einfachen" kurzen Wanderungen an, wo dann jemand einfach vorweg läuft und sich nicht umdreht oder wartet, bis zu richtigen Touren in abgelegenen Gegenden, wo die Begleitung teilweise einfach so zurückgelassen wird. Ohne sich um die Situation oder Versorgung einen Kopf zu machen.
Und ich hab selbst im Himalaya auf einer Tour eine Niederländerin getroffen, der das passiert ist. Ihr Freund hatte sie zu der Tour überredet. Die Absprache war nach einigen Diskussionen, weil er eigentlich zum Annapurna Basecamp wollte, dass sie eine einfache Teahouse-Tour machen. Sie hatte keine wirkliche Erfahrung bezüglich solcher Touren. Und da der Partner sie erst im Anschluss an ihr Austauschsemester in Indien vor Ort abgeholt hatte, war sie auch ohne vernünftige Ausrüstung - kein tauglicher Schlafsack und sie hatte auch keinen eigenen Rucksack, in den ihre Sachen gepasst hätten. Einen Hobbyguide hatten sie dabei. Und dann an einer Abzweigung kam die Überraschung. Der Freund wollte doch noch seine Wunschtour machen. Zum Glück hat sie sich nicht bequatschen lassen. Was ihm nicht gefallen hat. Er wollte sie dann dort alleine lassen und mit dem Guide allein weiter. Das hat der Guide nicht mitgemacht. Also ist der Freund ohne die beiden los. Aber allein die Vorstellung, dass er das so geplant hatte und auch bereit war, sie da alleine zu lassen.