this post was submitted on 18 Aug 2025
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Nahost
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Disteln in Libanon - SierpinskiDreieck
Nachrichten, Kultur und hoffentlich kulinarisches mit Bezug zum "nahen Osten". Aufgrund des sehr groben Verständnisses in Deutschland schließt das alles von Marokko im Westen bis Afghanistan im Osten ein. Themen der Diasporas, sowie die Beziehung zu anderen Ländern in der Welt sind ebenso willkommen. Bei Posts bitte möglichst deutsche Quellen nutzen und bei Bedarf englische mit verlinken.
Regeln
- keine menschenverachtenden Positionen oder Hass gegen ethnische, religiöse, kulturelle Gruppen oder gegen die sexuelle Selbstbestimmung
- keine Glorifizierung, Verharmlosung oder Rechtfertigung von Gewalt gegen Zivilisten oder einzelne Menschen. Auch Verbrecher wie Netanyahu und Haniyeh gehören vor ein ordentliches Gericht
- Die UN und die internationalen Gerichte IGH (ICJ) und IStGH (ICC) sind maßgeblich in der rechtlichen Bewertung jeder Situation.*
- keine Angriffe auf die Institutionen der UN und der internationalen Ordnung
- keine persönlichen Beleidigungen, Trolling oder Flaming
- keine Desinformation, Falschmeldung oder Gerüchte * Nachrichten sollten aus seriösen und vorzugsweise mehreren Quellen stammen
Bei Verstößen gibt es temporäre Auszeiten in schweren oder wiederhohlten Fällen permanent.
*Der ICC und ICJ haben unter anderem zu folgenden Themen bereits eine Rechtsauffassung vertreten.:
- Die Hamas hat am 07. Oktober Zivilisten in Kriegsverbrechen misshandelt und umgebracht.
- Die israelische Armee (IDF) hat seit dem 07. Oktober Hunger als Waffe eingesetzt und andere Kriegsverbrechen begangen.
- Es ist plausibel, dass das Vorgehen der IDF in Gaza gegen die Völkermordskonvention verstößt. Der ICJ hat wiederholt betont, dass die geforderten Maßnahmen umgesetzt werden müssen, damit die Palästinenser nicht Opfer eines Genozids werden. (Plausibler Genozid)
- Der Gazastreifen ist auch nach dem Abzug der IDF in 2005 völkerrechtswidrig besetzt, da Israel die faktische Kontrolle über alle Grenzen ausübt.
- Die illegale Besatzung und fortschreitende Annektion Gazas, Ost-Jerusalems und der Westbank seit 1967 verstoßen auch gegen das Verbot von Apartheid und/oder rassischer Seggregation. Wer meint, dass rassische Seggregation in irgendeiner Form akzeptabel oder weniger verurteilenswert als Apartheid sei, verstößt gegen Regel 1.
https://news.un.org/en/story/2024/05/1149966
https://www.icj-cij.org/case/186
https://icj-cij.org/case/192
founded 2 years ago
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Das beste was Jüdinnen und Juden tun können um sich zu schützen ist Vernunft zu demonstrieren indem sie öffentlich die Haltungen Israels ablehnen. Das ist sowohl aus menschlicher als auch aus geopolitischer Sichtweise angemessen.
Israel ist eine der wenigen Kolonien Englands, die nie aufgelöst wurden. Das an sich sollte einem zu denken geben. Wie kann man Menschen Land rauben und dann so tun, als ob das in Ordnung sei?
Nein, warum das denn?! Warum sollten Menschen aus einer Bevölkerungsgruppe am besten eine bestimmte Aussage tätigen, damit sie sich sicher fühlen dürfen? Kein Mensch muss irgendeine Aussage tätigen, nur weil er zu einer Menschengruppe gehört, jeder Mensch sollte sich auch so nicht fürchten müssen. Und selbst wenn sie sich gegen den Israelischen Staat stellen, müssen sie sich noch immer fürchten, weil sie wegen ihrer Religion angegriffen werden, unabhängig ihrer politischen Position. Das ist sowohl aus menschlicher als auch aus demokratischer Sichtweise in keinem Fall angemessen!
Israel ist ein Staat und keine Kolonie. Und Jüd*innen haben mit diesem Staat in diesem Kontext erstmal nicht viel zu tun, es geht hier darum, dass Jüd*innen in Deutschland Angst haben müssen, auf der Straße Hebräisch zu sprechen. Dann mit „Wie kann man Menschen Land rauben und dann so tun, als ob das in Ordnung sei?" zu kommen ist offen gesagt ziemlicher Bullshit und lenkt vom Thema des Artikels, also der Angst von Jüd*innen, nur weil sie Jüd*innen sind, ab.
Das verlangen wir nicht von Russen und Russischstämmigen in Deutschland, da gäbs auch genug was die Regierung tut, von dem man sich distantieren könnte. Dass man das von Juden (nicht nur Israelis) verlangt, damit sie vielleicht unversehrt bleiben, ist höchst problematisch.
Das ist keine Kolonialdynamik. Die israelische Bevölkerung geht nicht irgendwann wieder "nach Hause", wenn dein politischer Plan darauf basiert, wird er scheitern.
Natürlich tun wir das
Bitte? Du bedrohst die körperliche unversehrtheit von Russen und Russischstämmigen, wenn sie sich nicht öffentlich Distanzieren? Sonst läuft alles rund?
Ich bedrohen die körperliche Unversehrtheit von niemandem. Dennoch erwarte ich von Russen die in der Öffentlichkeit stehen, oder mit denen ich privat zu tun habe, dass sie sich von Putin distanzieren. (Deswegen haben wir übrigens 14 Jemand aus der Wg geworfen).
Mit wem du privat zusammenleben möchtest ist deine Privatsache. Mein Punkt bleibt: Von irgendwem, auch Russen, Israelis oder Juden, öffentliche Distanzierung zu verlangen damit sie nicht um Leib und Leben fürchten müssen, ist Barbarei.
Wie soll sowas denn in der Praxis aussehen? Wenn jüdische Menschen als solche erkennbar sind und gleichzeitig die Verbrechen Israels in Gaza ablehnen; die können sich ja schlecht ein Schild um den Hals hängen...
(Und: Jüdische Menschen müssen nicht gleichzeitig Israelis sein.)
Es gibt zumindest in Berlin antizionistische Jüdinnen und Juden, die sich öffentlich als jüdisch und antizionistisch zeigen. In vermeintlichen "Antisemitismushochburgen" wie Neukölln erfahren sie viel Zuspruch von ihren Nachbarn. Von der Polizei werden sie dagegen gerne verhaftet und drangsaliert. Auch die Axel-Springer-Medien hetzen mit großem Eifer gegen sie.
Die beiden Bekanntesten sind wahrscheinlich Udi Raz und Iris Hefets. beie engagieren sich im Verein Jüdische Stimme für Gerechten Frieden in Nahost.
Hier ein Interview mit Udi: https://www.youtube.com/watch?v=0TcH0Zfv76c
Ca. bei Minute 28:
Und ein Artikel über Iris Hefets im Kontext der Repressionen gegen Palästinasolidarität: https://taz.de/Repression-gegen-Palaestina-Solidaritaet/!6093326/
Aber es muss ja auch ohne Aktivismus für Menschen möglich sein, sicher zu leben. Kenne in Berlin Jüd*innen, die sich überlegen, ob sie auf der Straße noch Hebräisch sprechen können. Und das liegt nicht an Nazis, sondern an radikalen Pro-Palästina-Menschen.
Überlegen die sich das weil sie entsprechende Antisemitismuserfahrungen gemacht haben?
Ich frage, weil Lobbyorgamisationen wie der Zentralrat, die JSUD und RIAS gezielt Angst schüren.
Meine Erfahrung war dann, dass eine vermutlich jüdische Frau nahe der Synagoge in Prenzlauerberg, wo viele Jüdinnen und Juden leben, auf offener Straße und am hellichten Tag ihre Sandale in Richtung meiner arabischen Frau geschleudert hat. Wir hatten sie bis dahin überhaupt nicht wahrgenommen. Nach rationaler Angst sah das nicht aus. Wir haben uns dann jedoch gegen eine Anzeige entschieden, weil wir angesichts der bisherigen Erfahrungen mit der Berliner Polizei davon ausgehen müssen, dass wir dann Probleme bekommen und nicht die Täterin.
Bzgl. RIAS und JSUD erinnere ich mich noch an deren Pressekonferenz zur Vorstellung ihres neuen Jahresberichtes. Da wird einerseits das Abreißen von Plakaten über Hamas-Geiseln als Antisemitismus an Universitäten problematisiert und dann Lahav Shapira als Opfer von Antisemitismus inszeniert. Dass von Shapira Videoaufnahmen existieren, wo er zuvor zahlreiche Poster über durch die IDF ermordete Menschen abgerissen hat, sowie andere Studierende körperlich bedrängt hat, wird dabei ignoriert. Es gibt also zumindest für RIAS und die JSUD die Vorstellung, dass die gleichen Taten gegen Araber/Palästinenser/palästinasolidarische Menschen legitim sind, die gegen jüdische Menschen Antisemitismus seien und bekämpft werden müssen, im Fall von Universitäten auch mit autoritären Angriffen auf Grundrechte wie Freiheit der Forschung, freie Selbstentfaltung, freie Meinungsäußerung...
Mit den beiden Beispielen will ich zeigen, warum wir zwischen begründeten Ängsten und Problemen mit Antisemitismus, und zwischen von israel-extremistischen Organisationen geschürten Ängsten, denen eine rationale Basis fehlt, unterscheiden müssen.
Für die, die wie ich über die Abkürzungen der Organisationen stolpern:
Danke, da war ich zu sehr in meiner eigenen Bubble. Hier die Vorstellung des Jahresbericht von RIAS, auf die ich mich bezog:
https://www.youtube.com/watch?v=dacrjKdt8S8
Und hier eine Kritik der "Diaspora Alliance", einer jüdischen Organisation, die sich kritisch mit der IHRA-Antisemitismusdefinition und der Instrumentalisierung von Antisemitismus auseinandersetzt, sowie ein Artikel, der dazu eine kurze Übersicht bietet.
https://diasporaalliance.co/wp-content/uploads/2025/05/RIAS_German-final.pdf
https://www.nd-aktuell.de/artikel/1191520.kritik-an-meldestelle-rias-zerrbild-zu-antisemitismus.html
Ich kann jetzt schwer für sie sprechen, ohne sie konkret darauf anzusprechen (was ich lieber analog machen würde). Aber sie hatten mindestens schon Vorfälle im Bekanntenkreis und die Zahlen von antisemitischen Vorfällen sind nach dem 7.10. rein faktisch explodiert.