this post was submitted on 07 Feb 2026
17 points (100.0% liked)

Soziales_Arbeit

175 readers
32 users here now

Themen aus den Bereichen Soziales & Arbeit. Diskusionen sind gern gesehen, jedoch immer im Rahmen der Netiquette.

founded 11 months ago
MODERATORS
top 6 comments
sorted by: hot top controversial new old
[–] smokeysnilas@feddit.org 4 points 17 hours ago

Ich arbeite in einem international tätigen deutschen Großkonzern, unsere Projekte und Teams sind eh komplett über die Welt verteilt. Wenn ich im Büro bin dann mach ich Meetings trotzdem am Schreibtisch mit Headset. Und für sozialen Austausch ist eh keine Zeit weil der Arbeitstag komplett voll mit Meetings und Deadlines ist. Für ein Gespräch in der Kaffeeküche ist keine Zeit eingeplant.

[–] ComfortableRaspberry@feddit.org 9 points 21 hours ago (1 children)

Ursache ist laut der Studie, dass ab dem Kipppunkt zu wenig Zeit gemeinsam in Präsenz verbracht wird und die Zeit für den notwendigen fachlichen und sozialen Austausch fehlt.

Ich finde es etwas schade, dass der Artikel impliziert, dass diese Art von Austausch nur in Präsenz möglich ist.

Ich arbeite quasi zu 100% im Home Office. Ein Teil meiner Kollegen sitzt in anderen europäischen Ländern, da gibt es einen dedizierten Austauschtermin pro Woche und Chats für ad hoc Austausch und ich finde nicht, dass das weniger gut klappt, als beim vorherigen AG wo sich alle in Präsenz gesehen haben.

Mit meinen Teamkolleginnen, die beide am anderen Ende Deutschlands sitzen sehe ich mindestens einmal täglich per Videokonferenz und da kombinieren wir in einem entsprechend strukturierten Termin sozialen Austausch, gegenseitige Updates und fachlichen Austausch.

Wir gehören mit zu den produktivsten Teams. Ich würde sagen, dass das nicht an Präsenz vs HO liegt sondern daran, dass wir führungslos arbeiten (keine direkte Führungskraft, wir legen unsere Themen und Ziele selbst fest, das Management hat veto Recht) und damit mehr hinter unseren Themen stehen.
Wenn ich das mit meinen früheren Jobs vergleiche, arbeite ich auch weniger für die Tonne.

Alle paar Monate treffen wir uns in Präsenz, um unsere nächsten Ziele festzulegen und schön Essen zu gehen. Für mich persönlich ist das völlig ausreichend und ich glaube mehr Zeit im office würde uns tatsächlich eher ausbremsen. Nicht zuletzt weil ich Stille schwer aushalte und deshalb unfassbar viel rede :D

[–] kossa@feddit.org 8 points 21 hours ago* (last edited 21 hours ago) (1 children)

Ich glaube, der soziale Austausch ist ein bisschen die Crux. Der ist super schwierig zu formalisieren.

In Präsenz entsteht der halt einfach irgendwie™.

Ich habe mal in einem remote only Unternehmen gearbeitet. Da hat sich der soziale Austausch auch in den Konferenzen ergeben, das war auch natürlich. Dann sollten die Meetings effizienter werden, es gab keinen sozialen Austausch mehr. Dann haben sich alle beschwert, dass es so seelenlos ist. Dann wurde der soziale Austsausch formalisiert. Das hat aber halt gar nicht geklappt. Wenn es heißt "jetzt sind 10 Minuten für random Gelaber, danach wird es produktiv" - das klappt halt nicht (oder klappte halt in dieser speziellen Teamkonstellation nicht).

[–] ComfortableRaspberry@feddit.org 4 points 21 hours ago

Wir bereiten das teils gezielt vor indem wir irgendeine generische Frage, ein meme oder irgendwas in der Art mitbringen. Manchmal brauchen wir das dann aber nicht, weil wir so ins Gespräch kommen.
Ist sicherlich nichts für alle.

Das mit der Effizienz ist dann halt schädlich. Aber wäre es wohl auch in Präsenz, wenn die Vorgesetzten mit im Raum sitzen und darauf achten würden, dass nur über produktives gesprochen wird. Da käme das mir irgendwie befremdlicher vor.

[–] primeapple@feddit.org 2 points 17 hours ago

Ich kann das schon so bestätigen. Nach etwa 2 Jahren 100% remote freue ich mich, das meine nächste Stelle "nur" noch 80% remote ist. Mir fällt schon auf, dass HomeOffice vor allem für Leute gut ist, die intrinsisch motiviert sind und schon eine gewisse Arbeitserfahrung haben. Gerade bei unseren Junioren merke ich, dass sie völlig untergehen und für sich selbst einfach fast nichts mitnehmen. Ebenso kommt nur sehr wenig als verwertbares Ergebnis heraus.

Es gibt mit Sicherheit Unternehmen, die full remote gut hinbekommen. Leicht ist es mit Sicherheit nicht. Und je gründungsnäher die Firma ist, bzw. je schneller und spontaner sich Rahmenbedingungen und Prototypen ändern, desto schwerer wird es. So sind zumindest meine Erfahrungen.

[–] JensSpahnpasta@feddit.org 2 points 18 hours ago

Zum Thema "fachlicher und sozialer Austausch": Ja, es kann natürlich super sein, wenn man jemanden aus einer anderen Abteilung an der Kaffeemaschine trifft, sich austauscht und daraus ein cooles Projekt entsteht. Das ist der Jackpot. Aber ich hab auch schon in einer Firma gearbeitet, wo es trotz 100% Präsenz so einen Austausch absolut null gab. Weil es keine Kaffeemaschine gab, die Leute sollen ja arbeiten. Und weil die Leute absolute Stoffels und Vollidioten waren, die auch überhaupt keinen Bock auf coole Projekte hatten.