ADHS - Austausch, Tipps, Erfahrungen

411 readers
3 users here now

Eine Community für Menschen mit ADHS, die anderen mit ADHS helfen oder sie verstehen wollen.

Tauscht euch über alles aus was ihr wollt: Lerntechniken, Arbeitstechniken, Sport, Schlaf, Hobbies, Fidget-Toys, Medikamente, TherapeutInnen usw.

Nützliche Websites:

founded 2 years ago
MODERATORS
1
12
submitted 2 years ago* (last edited 2 years ago) by pantherina@feddit.org to c/adhs@feddit.org
 
 

Hallo ihr Lieben,

Hier können wir mal Regeln sammeln, die ein gutes Miteinander sichern können.

Idee

Das hier ist ein safer Space für Menschen mit AD(H)S. Nichtbetroffene sind herzlich eingeladen, in respektvollem Umgang mitzumachen.

Das hier ist auch ein Freiraum für

  • Extrem lange Nachrichten
  • Hyperfokus auf random Dinge
  • Abdriften in komplett andere Themen

Hier muss sich keiner für seine/ihre Art entschuldigen. Aber bitte seid respektvoll miteinander.

Meldet gerne alles, was euch negativ beeinflusst. Es wird nix sofort gelöscht, und dafür sind wir Mods ja da.

Arten von Posts.

Bitte stelle jedem Post eins dieser Tags vorne an:

  • ☝️Erfahrung:
  • ❔Frage:
  • 🗞️News:
  • 📑Studie:
  • 💬Diskussion:
  • ✨Tipp:
  • Sonstiges:

Emojis für Kategorien sind willkommen, da sie super visuell helfen könnnen. Ich möchte sie aber keinem Aufzwingen.

Inhalte

Spezifisch verboten sind

  • Falschinformationen & Mythen (ohne Kennzeichnung)
  • Als Fakten verkleidete Theorien oder Meinungen
  • Anstößige Inhalte (das übliche)

In manchen Fällen kann das unbeabsichtigt sein, nach Änderung des Posts ist alles ok. Aber Nicht-Reagieren auf einen deutlichen Kommentar nach angemessener Zeit wird als absichtlicher Verstoß behandelt.

Wir behalten uns vor, alles zu löschen, was den Regeln von feddit.org widerspricht, oder in anderer Weise störend, gefährlich, verletzend usw. ist.

2
 
 

Warum „später“ bei ADHS oft nicht funktioniert und unerledigte Dinge ständig Aufmerksamkeit fordern.

3
4
5
 
 

Autismus und ADHS im Berufsleben

Komplexer wird Arbeit häufig dann, wenn zusätzlich ADHS besteht. Die Kombination aus Autismus und ADHS führt nicht selten zu einem inneren Spannungsfeld zwischen Strukturbedürfnis und Reizsuche. Einerseits besteht der Wunsch nach Ordnung, Planbarkeit und Ruhe. Gleichzeitig treten Prokrastination, Desorganisation, schnelle Ablenkbarkeit oder innere Unruhe auf.
Nach außen wirkt das manchmal widersprüchlich. Menschen erscheinen hochkonzentriert und gleichzeitig chaotisch. Fachlich stark und dennoch schnell überfordert. Diese Mischung führt oft dazu, dass Betroffene sich selbst lange nicht verstehen oder ihre Schwierigkeiten ausschließlich als persönliches Versagen interpretieren.

Hab bisher nur die ADHS-Diagnose, aber erkenne mich in diesem Absatz zu 100% wieder.

6
 
 

Scheiß Titel, aber das Video ist gut. Ab 03:05 geht's um ADHS.

Neurodivergenz beschreibt Gehirne, die Reize, Aufmerksamkeit und soziale Situationen anders verarbeiten als das, was oft als „neurotypisch“ gilt. Jan Philip Zymny spricht in dieser Folge über Autismus, ADHS und die Frage, warum Neurodiversität gerade so sichtbar geworden ist. Dabei geht es um ADHS bei Erwachsenen, späte Diagnosen und darum, warum Frauen und Mädchen lange übersehen wurden. Auch TikTok spielt eine Rolle: Zwischen hilfreicher Aufklärung und irreführenden Kurzclips entsteht ein Bild von ADHS, das Betroffenen helfen, aber auch schaden kann. Gleichzeitig bleibt die Versorgungslage in Deutschland schwierig, wenn Diagnoseplätze und Therapieangebote fehlen. Die Folge erklärt, warum Neurodivergenz keine Krankheit sein muss, aber im Alltag zur Behinderung werden kann, wenn Schule, Arbeit, Festivals oder Supermärkte nur für neurotypische Menschen gedacht sind. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Barrierefreiheit, Reizarmut und gesellschaftliche Akzeptanz für neurodivergente Menschen aussehen müssten.

7
 
 

Hallo an Alle,

ich halte meine Fragen kurz. Ich bin Mitte 40. Seit 04/2025 mit ADS diagnostiziert. Nehme Elvanse 30mg. Inzwischen auch Ramipril 2,5mg und 1,25mg Bisoprolol jeweils 1x tgl., weil der Blutdruck nicht mehr so dolle ist.

In der Woche beim Arbeiten kann ich wach bleiben. Abends bin ich aber absolut erschlagen und unheimlich müde. Ich bin ständig erschöpft und habe ein großes Bedürfnis nach Ruhe und Schlaf.

Habe zuviele Überstunden auf Arbeit und bekomme deswegen immer wieder Ärger und jetzt stehen auch personalrechtliche Konsequenzen an, weil zuviele Überstunden als Verletzung der Dienstvereinbarung gewertet wird. Habe seit 2025 Gleichstellung mit schwerbehinderten Menschen. Arbeitgeber weiß das.

Kennt ihr diese ständige Müdigkeit/ Erschöpfung auch trotz Medis? Also, dass ihr ständig und überall schlafen könntet?

Wie sieht es bei Euch mit dem Anecken auf Arbeit aus? Gibt es jemanden, der selbst mit personalrechtlichen Konsequenzen zu tun hatte. Bei mir ist es der öff. Dienst. Vielleicht auch wiederholt zuviele Überstunden als Thema hatte, weil man damit die Zeit, die man länger braucht, mit Überstunden zu kompensieren versucht.

8
 
 

Warnung: Ewigkeitstext

Ich würde gerne Mal fragen wie eure Erfahrungen mit ADHS Medikation sind und ggf nach Empfehlungen fragen.

Kurz zur mir Ich bin Anfang 30, bin vor ca 2 Jahren mit ADHS diagnostiziert worden (habe den Verdacht, dass ich zusätzlich im Spektrum sein könnte, Diagnostik steht auf der to do Liste, ist aber noch nicht in Arbeit), habe eine Familie mit einem Kind (Partnyperson und Kind ebenfalls mit ADHS diagnostiziert) und bin Lehrkraft.

Ich struggle gerade mit der Frage welche Medikation für mich gut funktioniert.

Vor meiner Diagnose bin ich nach der Arbeit völlig ausgebrannt auf der Couch gelegen und habe eigentlich nur noch in YouTube gestarrt und trotzdem meine "Aufgaben" kaum hinbekommen und mein "Anteil" was Haushalt und Care Arbeit angeht war sehr gering. Alles was auch nur im Ansatz Hausarbeit war (und sei es nur einen Teller vom Wohnzimmer in die Spülmaschine bringen) hat sich nach sich total aufraffen müssen angefühlt. Ich hab die Medikation zu Beginn mit das ganze Leben eine Bleiweste angehabt haben und sie endlich Mal für ein paar Stunden annehmen können verglichen. Tldr ohne Medikation war im Nachhinein ziemlich scheiße.

Nach der Diagnose hab ich erstmal Methylphenidat (Medikinet adult) bekommen. Ich hab mit 10mg + 10mg (morgens und mittags )gestartet und bin mit der Zeit auf 5mg + 5mg runter. Ich kann auf Methylphenidat sehr gut "funktionieren", bekomme meine Aufgaben gut hin und wirke fitter. Gleichzeitig fühle ich mich ein bisschen robotisch (einerseits leicht "fremdgesteuert" andererseits wird mein eh schon sehr geringer Emotionsausdruck durch die Medikation noch weiter gedämpft). Und Methylphenidat unterdrückt bei mir komplett das Gefühl von Erschöpfung. Das heißt zwar zum einen dass ich deutlich mehr geschafft habe auch nach Arbeitstagen und verfügbarer war, gleichzeitig bin ich halt konstant über meine Grenzen und mit sehr großer Zuverlässigkeit jeweils ca zwei Wochen vor jeden Ferien ziemlich zusammengeklappt und war eigentlich zu nichts mehr zu gebrauchen.

Ich bin aus diesem Grund vor ca. 4 Monaten auf Lisdexamphetamin umgestiegen (technisch gesehen Lisdexamphetamin dimesilat) und habe meine ideale Dosis nach etwas herumprobieren bei 12mg gefunden (ich brauche durch die Bank bei so ziemlich allem eine geringe Menge an Wirkstoffen). Mein persönlicher Eindruck von Lisdex war bis jetzt eigentlich sehr positiv. Ich habe einen kleinen pharmazeutischen "Tritt in den Hintern" durch den ich meine Aufgaben besser hinbekommen kann, fühle mich aber nicht robotisch, wodurch ich gefühlt einen besseren Zugang zu meiner Kreativität etc habe. Und ich fühle aber gleichzeitig wenn die Löffel für den Tag durch sind und mache dann langsam. Meine Beziehungsperson hat mir aber in letzter Zeit häufiger rückgemeldet, dass ich zum einen insbesondere nach Arbeitstagen quasi nur noch auf der Couch herumliege. Ich schaffe meinen Anteil an Haushalt und Care Arbeit nicht mehr so gut. In Streits reagiere ich außerdem seit ich Lisdex nehme spürbar verbal aggressiver (z.B. durch passiv aggressive Kommentare). In Kombination führt es dazu dass sie mich sowohl allgemein als auch im Umgang mit ihr und meinem Kind entweder als wie depressiv abwesend oder aggressiv liest. Und wenn ich das ehrlich reflektiere, kann ich nachvollziehen woher dieser Eindruck kommt. Ich verschmelze ja wirklich faktisch mehr mit der Couch, habe weniger Antrieb und ich bin in Streitsituationen schneller dabei verletzende Dinge zu sagen.

Lisdex ist also offensichtlich auch nicht der Weisheit letzter Schluss (wenn ich die Dosierung senke, merke ich zu wenig und bekomme den Hintern nicht hoch, wenn ich mehr nehme, treibt mich die Spannung im Kiefer in den Wahnsinn). Gleichzeitig bin ich ja auch bewusst weg von Methylphenidat. THC macht mich absolut verklatscht, sodass ich nicht funktionsfähig bin (und ich habe auch keine Lust bewusst eine Toleranz aufzubauen damit das nicht mehr so ist), außerdem ist mein Neurologe kein Fan von Cannabis als Behandlung. CBD hilft mir bei meiner Symptomatik, aber ich werde leicht unkonzentriert und tollpatschig, was mit Chemieunterricht geben nicht vereinbar ist (außerdem möchte meine Beziehungsperson nicht, dass wir vor unserem Kind irgendwelche Substanzen konsumieren, was ich auch teile). (Erwerbsarbeitsstunden reduzieren geht aus finanziellen Gründen leider nicht wirklich.)

Daher wollte ich Mal in die Runde fragen: Hat jemand von Euch ähnliche Erfahrungen gemacht und wenn ja, wie geht ihr damit um?

Was für Tools/Medikation habt ihr um einerseits mit der Belastung durch Erwerbsarbeit und Carearbeit umgehen zu können und andererseits nicht dauerhaft an der Belastungsgrenze zu sein und emotional für Beziehungs/Bezugspersonen da sein zu können?

9
 
 

ADHSler sind extrem gut organisiert – allerdings nur in der Theorie. Aber nur weil die Umsetzung scheitert, müssen wir nicht aufhören zu träumen.

...

Auch schwierig: So sehr wir Routinen lieben und brauchen, so sehr hassen wir die Langeweile. Gefangen im Widerspruch, den geplanten Pfad sowohl befolgen als auch von ihm abweichen zu müssen, blockieren wir uns mal wieder selbst.

10
 
 
11
 
 

Ja, krasse Medikamente sollten auf gar keinen Fall leichtfertig genommen werden.
Aber umgekehrt kann es das Leben kosten, wenn Medikamente wegen Vorurteilen nicht genommen werden.

Diese Grafik wurde erstellt, um die Essenz aus der Studie vereinfacht darzustellen.
Und auch, weil ich einen kannte, der an den Folgen einer unzureichend behandelten ADHS starb.

Die Studie ist unter Open-Access-Bedingungen 🔓veröffentlicht: ADHD drug treatment and risk of suicidal behaviours, substance misuse, accidental injuries, transport accidents, and criminality: emulation of target trials

12
 
 

Artikel im Archiv

Interview mit dem amerikanischen ADHS-Experten Stephen Faraone.

In gewisser Weise ist das Interview auch eine Replik zum Artikel Have we been thinking A.D.H.D. all wrong? aus der New York Times, der hier bei Feddit im April gepostet wurde.

13
 
 
14
12
submitted 10 months ago* (last edited 10 months ago) by caput_t@feddit.org to c/adhs@feddit.org
 
 

Hallo an Alle,

Ich nehme seit 20.06. Elvanse seitdem ich im April 25 meine ADS-Diagnose erhalten habe. Ich selbst bin Mitte 40. Angefangen habe ich mit 20mg je Tag und seit d3m 08.07. hat mir mein Doc 30mg je Tag verordnet.

Die ersten zwei Tage mit Elvanse waren fast schon wie eine Erleuchtung, weil ich nie für möglich gehalten hätte, dass das Leben auch so geht. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich so ausgeglichen war. Vorher hat mich vieles um mich herum gestört, laute Geräusche, Gespräche, Menschenansammlungen, Veränderungen im Tagesablauf. Im Nachhinein kann ich jedoch nicht sagen, ob es vielleicht nur eine Art Honeymoon-Phase war.

Nach den ersten beiden Tagen hatte ich das Gefühl, dass die Wirkung von Elvanse zumindest nicht mehr so präsent ist. Dies verstärkte sich bis ich im Termin vom 08.07. mit meinem Doc eine höhere Dosis (30mg) verordnet erhielt.

Das Gefühl wie nach den ersten beiden Dosen mit Elvanse hatte ich seit dem nicht mehr.

Ich habe aber bemerkt, dass mich Aussagen (z.B. von KollegInnen), von denen ich weiß, dass sie mich triggern nicht so sehr gefühlsmäßig mitnahmen oder gar einen negativen Fokus aufbauen, aus dem ich nur sehr schwer wieder herauskomme.

Bis jetzt habe ich Elvanse seit dem 20.06. durchgängig genommen, habe aber nicht wirklich das Gefühl einer Wirkung oder sie ist mir nicht wirklich bewusst.

Vor Elvanse war ich ständig müde und mit müde meine ich, dass ich tagsüber schon Schwierigkeiten hatte, die Augen offen zu halten. Lange konnte ich mir das nicht erklären. Auch die Ärzte nicht, bis ich irgendwann auf Anstoß einer Bekannten die ADxS-Diagnostik machte. Jetzt erkläre ich mir das durch meine Coping-Mechanismen, die ständig Energie gezogen haben. Diese Müdigkeit ist bei Weitem nicht mehr da.

Inzwischen bin ich durch meinen Doc auf 40mg Elvanse am Tag aufdosiert. Ich meine, ich habe meine Diagnose ja schwarz auf weiß und es ist in einem ordentlichen Verfahren durch eine dafür ausgebildete Fachkraft, die auch Psychologie studiert hat in mehreren supervidierten Sitzungen mit Fragebögen für mich und Personen meines Umfelds und mehreren Gesprächen sowie Auswertung meiner Schulzeugnisse diagnostiziert worden, dennoch frage ich mich häufig, ob ich denn wirklich ADS habe. Würde eine Person ohne ADxS-Gehirn mein Elvanse nehmen, wäre die sicher wie auf "Koks", ich dagegen merke auf jeden Fall keine überwältigende Müdigkeit mehr.

Fragen sich ADxS-ler häufig, ob man jetzt ADxS hat oder nicht. Zwiefelt ihr manchmal daran?

Edit: Ich wollte mich nur noch schnell auf diesem Wege bei den Menschen für Eure antworten bedanken, danke!

15
 
 
16
 
 

Alle weiteren Infos im verlinkten Mastodon-Tröt.

(Bin auch nicht selbst daran beteiligt, sondern dachte nur, es könnte auch hier ev. interessieren.)

17
 
 

Knapp zwei Jahre sind inzwischen vergangen seit meinem ersten "Warte mal, hab ich das vielleicht auch?"-Moment. Wie sich herausstellt, habe ich nicht nur (schweres) ADHS, sondern auch Asperger. Eine Vermutung in diese Richtung hatte ich schon länger, lustig, dass ich diese Info bekomme noch bevor ich es selber ansprechen konnte.

Anyway, ich bekomme seit vier Wochen Medikamente (Kinecteen) und habe echt viel Hoffnung darauf gebaut. Die erste Woche war auch vielversprechend, allein am ersten Tag habe ich erledigen können wofür ich sonst zwei ganze Wochen brauchte. Ich konnte plötzlich Aufgaben unterbrechen ohne davon genervt zu sein, ich konnte wieder Gespräche führen ohne den Faden zu verlieren, Ausflüge unternehmen ohne sensorisch komplett überfordert zu werden, selbst meine sozialen Ängste waren nicht mehr ganz so schlimm wie sonst.

Irgendwie ist von dem anfänglichen Enthusiasmus aber nicht so viel geblieben. Arbeit ist immer noch für den Arsch (Großraumbüro, MS Teams, kein Bewusstsein für Neurodiversität), habe zwar schon gekündigt aber muss noch einige Wochen überstehen. Rausgehen fällt mir auch nach wie vor schwer, nicht nur wegen der Ängste, aktuell auch wieder wegen meiner heftigen Pollenallergie. Dann ist da noch dieser riesige Berg von Dingen der sich über die Jahre angestaut hat, Dinge, die ich machen will/soll/muss, aber nie geschafft hatte. Dachte etwas leichtgläubig, dass sich der jetzt bestimmt bald in Wohlgefallen auflöst. Tut er irgendwie nicht.

Deprimierend finde ich aber besonders, dass ich gerade nichts mit meiner Freizeit anzufangen weiß. Aus purer Gewohnheit greife ich dann oft zu Cannabis (im Vaporizer, nicht im Joint) und hocke mich vor den PC, aber im Endeffekt auch nur, um dort weitere Aufgaben zu erledigen. Ich habe keinen Spaß mehr an Videospielen, obwohl ich früher ständig gezockt habe. Ich verspüre den Drang raus zu gehen, aber in der Stadt sind immer noch viel zu viele Reize und weiter draußen weiß ich überhaupt nicht was ich dort machen soll. Freunde habe ich nur wenige, meistens bin ich lieber allein. Ich würde mir zwar eigentlich gerne wieder ein Motorrad holen, hab es aber nie geschafft was anzusparen.

Um meine Stimmung aufzubessern will ich mir bewusst Zeit zum Erholen nehmen, aber mir will einfach nicht einfallen was ich tun möchte. Alles wirkt so unfassbar anstrengend statt entspannend. Ich bin sehr dankbar für meine Freundin und unsere Katze die mir beide viel Trost spenden, mache mich aber natürlich auch weiterhin Sorgen, wie sich meine Verfassung auf die Beziehung auswirkt. 

Wie sind denn eure Erfahrungen mit der Medikation? Braucht es einfach nur seine Zeit, sich selbst neu zu finden?

18
 
 

53 minütige Fassung aus dem Jahr 2023

Prof. Dr. André Zimpel hat seinen Vortrag aktuell bei einem Fachtag zum Thema Neurodivergenz und Psychiatrie in Bremen gehalten, von dem die taz berichtet. Schon allein der Titel "Was hat Neurodivergenz in der Psychiatrie verloren?!" macht neugierig.

Leider wurde der Fachtag selbst wohl nicht aufgezeichnet, aber immerhin gibt es den kurzweilig gehaltenen Vortrag von Prof. Zimpel aus einer anderen Vorlesungsreihe bei Deutschland Nova zum anhören.

Die zugewandte Perspektive der Erziehungswissenschaft ist mal was anderes! Prof. Zimpel beschreibt u.a. die neurodivergenten Symptome als Kompensationsstrategie für die typische Reizfilterschwäche.

19
 
 

Bei Bedarf auch im Archiv nachzulesen.
Im Artikel wird - angesichts der aktuellen Diskussion um die Selbstdiagnostik - noch mal ausführlich erklärt, wie die Diagnostik eigentlich laufen sollte.

Im Artikel wird auch der Haken an der Sache erwähnt:

Der beste Weg zur professionellen Diagnose führt durch eine der speziellen ADHS-Ambulanzen [...] Nur: Auf einen Diagnostiktermin in solchen Ambulanzen müssen Menschen oft noch deutlich länger warten als auf einen Psychotherapieplatz. Häufig mehr als ein Jahr lang – einige Ambulanzen haben ihre Wartelisten sogar geschlossen.

20
 
 

Hi, sorry im voraus schonmal für den langen Beitrag, aber ich muss mir das mal von der Seele reden. Vermutlich finden sich hier auch einige, die sich mit dieser Erfahrung verbunden fühlen.

Vor einigen Wochen habe ich es endlich geschafft, mich nicht nur um einen Termin zu bemühen, sondern auch einen zu bekommen. Dem ist ein etwa zweijähriger Selbstdiagnoseprozess vorausgegangen, in dem sich "safe ist das ADHS" und "Quatsch, du bist nur ein fauler, undisziplinierter und absolut dysfunktionaler Mensch" abgewechselt haben.

Der Termin, der endlich Klarheit schaffen soll, ist in wenigen Tagen. Ich habe brav meine Schulzeugnisse organisiert etc. und war ehrlich gesagt über einige Dinge, die da drin stehen, wirklich überrascht. Aber das ist ein anderes Thema.

Neben der generellen Angst, dass die Diagnose nicht ADHS sondern beschissene Erwachsene lauten könnte, macht mir hauptsächlich mein Umfeld zu schaffen. Weder meine Freundys noch Familie, nicht mal mein Partner wissen von diesem Termin. Ich traue mich nicht, das Thema anzusprechen, weil ich Angst habe, nicht ernst genommen zu werden. Als ich es vorsichtig gegenüber meinem Bruder erwähnt habe, kam direkt das gefürchtete "was nein du doch nicht". Und das, obwohl ich mir bereits seit einigen Monaten größte Mühe gebe, offen mit meinen Struggles umzugehen.

Es belastet mich, nicht darüber reden zu können, aber jedes Dismissed-Werden lässt mich mehr daran zweifeln, ob ich überhaupt zu dem Termin hingehen sollte oder ob ich mich da nur lächerlich mache. Ob ich danach diesen Menschen gegenüber einräumen muss, dass sie Recht hatten.

Und was, wenn ich mir das selbst gegenüber eingestehen muss? Wenn die jahrelange suche danach, was mit mir nicht stimmt, nicht an diesem Punkt endet? Ja was eigentlich dann?

In diesem Sinne alles gute für euch alle. Das hätte vermutlich auch in ein Notizbuch oder so gepasst, aber das macht ja nur halb so viel Spaß. Ihr macht das gut, dieses sogenannte Leben, und ich habe euch lieb.

21
 
 

Hallo,

toll, dass es diese community gibt. Ich habe erst vor Kurzem erfahren, dass ich ADS habe.

Also kurz und knapp meine Frage; Bin ich hier auch richtig, wenn ich stilles ADHS habe?

22
 
 

Hauptpunkt: Ist ADHS weniger eine Frage von problematischer Verdrahtung und mehr eine Frage von schlechter Passung der Umgebung bei Normvarianten, die an sich (oft) nicht pathologisch sind?

23
24
 
 

Lemmy ist zwar cool, aber leider super beschränkt.

Ich bin ein großer Fan der Discourse-Software und schaue da mal vorbei!

25
10
submitted 1 year ago* (last edited 1 year ago) by pantherina@feddit.org to c/adhs@feddit.org
 
 

Ich bin auf dieses wirklich schöne Projekt gestoßen und würde gerne mithelfen.

Ein bisschen Suchen auf der Seite gibt mir das Registrierungsformular, aber die Mail kann nicht abgeschickt werden.

Invalid response code received from server (code: -1, response: )]

Ansonsten scheinen nach 2016 keine neuen Nutzer mehr dazugekommen zu sein

Die Seite gibt an, von Fachpersonen gewartet zu werden, was natürlich ein guter technischer Vorsprung ist.

Impressum

view more: next ›