this post was submitted on 20 Aug 2025
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Datenschutz - Privacy - Digitale Selbstverteidigung

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Bildquelle Icon: Eschenzweig, CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons #fedi22

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[–] Senseless@feddit.org 1 points 8 months ago

Als sei Dating nicht inzwischen schon kacke genug..

[–] nicerdicer@feddit.org 1 points 8 months ago (2 children)

Bei der Generation, die die Zielgruppe von TikTok bildet, ist Überwachung bereits normalisiert. Das ist nur noch für die im letzten Jahrtausend Geborenen schockierend, weil die noch kennen, dass keine Überwachung der Normalzustand sein sollte.

Beruflich habe ich etwa zweimal im Jahr mit Schülerpraktikanten zu tun. Diese Schüler/innen absolvieren dann ihr zweiwöchiges Schulpraktikum bei uns. Die sind zwischen 13 und 15 Jahre alt. Für die ist es absolut selbstverständlich, dass z.B. deren Eltern sie durch das Smartphone überwachen, die kennen das gar nicht anders. Die Möglichkeit, einen Tracker zu kaufen, um andere damit zu überwachen, wäre dann die logische Konsequenz. Anscheinend besteht da auch keinerlei Unrechtsbewusstsein.

Viele dieser Schülerpraktikanten habe dafür null Kenntnisse, wie ein Computer funktioniert. Oftmals muss ich denen einen Crashkurs geben, und dann so Dinge wie die Taskleiste erklären, oder dass man selber bestimmen muss, wo das Programm die Dateien speichern soll, damit man diese später wiederfindet. Die Schüler/innen müssen sich dafür auch mit ihrer Schul-Email-Adresse bei dem Hersteller des Programms, mit dem sie bei uns arbeiten, registrieren, damit sie eine zeitlich begrenzte Schülerversion zur Verfügung gestellt bekommen. Ich glaube, das ist immer das erste Mal, dass sie Email benutzen, und sie benötigen dafür viel Hilfestellung. So kam es auch häufig vor dass sie mir deren Email-Passwort nennen, ohne dass ich danach gefragt hätte.

Für diese Leute ist das Thema Privatsphäre oder Datenschutz im Internet nicht existent.

[–] schnurrito@discuss.tchncs.de 1 points 8 months ago (1 children)

Viele dieser Schülerpraktikanten habe dafür null Kenntnisse, wie ein Computer funktioniert. Oftmals muss ich denen einen Crashkurs geben, und dann so Dinge wie die Taskleiste erklären, oder dass man selber bestimmen muss, wo das Programm die Dateien speichern soll, damit man diese später wiederfindet.

Wenn ich sowas lese, bin ich mir nicht sicher, ob ich das für gut halten soll (weil es mehr Jobsicherheit für mich bedeutet, der diese Dinge schon weiß, seit er ca. 6 Jahre alt war) oder für schlecht (weil es bedeutet, dass auch Leute, die evtl. einmal etwas für mich tun müssen, diesbezüglich unfähig sind).

[–] nicerdicer@feddit.org 1 points 8 months ago

Also ich kann da nur von meinen Erfahrungen sprechen, aber die beschriebenen Praktikanten kommen immer von drei Schulen aus dem Umfeld. Eine dieser Schulen ist eine Privatschule. Bei deren Schülern merkt man, dass deren Eltern schon bemüht sind, deren Kindern einige Grundkenntnisse mit auf den Weg zu geben. Diese Schüler haben auch in deren Elternhaus einen Computer oder Zugang zu einem Laptop, und sie sind auch clever, im Gegensatz zu Schülern einer anderen Schule. Da besteht also durchaus Hoffung. Aber ich habe auch die andere Richtung des Spektrums kennen gelernt - nämlich, dass Schüler nur noch das Smartphone kennen, und dass Tiktok oder Snapchat als Synonym für "Internet" gelten.

[–] GianaSistersAddict@feddit.org 0 points 8 months ago (1 children)

Seien wir doch mal ehrlich: Da hat sich zu dem Zustand der 80er/90er nicht viel verändert. Wir (die IT Freaks) sind der Illusion erlegen das mit der Normalisierung des Internets als Fakt des täglichen Lebens jeder "Normalo" zum "digital Native" werden würde. Das war ein Irrtum - "das Internet" ist für die meisten Menschen heute doch nichts anderes als der Videotext / Btx für unsere (ich sage das jetzt mal als Mittvierziger) Elterngeneration, es werden die "walled gardens" benutzt die eben jeder andere benutzt und das wars dann. Das "freie Internet" ist da komplett unbekannt.

Was Überwachung angeht habe ich damals als (noch lange vor Snowden) schon bei gleichaltrigen immer wieder gehört "Na und? Ich habe doch nichts zu verbergen", andere haben mich schon in den frühen 00ern (ich war da gerade in der Ausbildung bei Teldafax) gefragt ob es nicht die Möglichkeit gäbe ihre Freundin / Freund zu orten... "nur so zum Spaß, weisste..."

Kurz: Nix hat sich geändert, als jemand in der IT-affinen Szene hat man da einfach nur zu falsche Vorstellungen vom Weltbild der 99,9 Prozent Restbevölkerung.

[–] nicerdicer@feddit.org 1 points 8 months ago

Das spiegelt sich auch mit meinen Erfahrungen. Ich würde mich nicht als IT-affin bezeichnen (meine "IT-Skills" sind Programmieren in Basic vor 30 Jahren, inzwischen ist alles verlernt), aber ich konnte meine Computerprobleme bislang immer mit Hilfe des Internets selbst lösen. Was mir aber in meinem ebenfalls nicht IT-affinen Freundeskreis auffällt ist, dass dieses Ich-hab-ja-nichts-zu-verbergen-Mindset durchaus präsent ist. Allein schon das Installieren eines Werbeblockers kann da schon als Großer Filter bezeichnet werden. Geschweige denn das Fediverse.