this post was submitted on 06 Jul 2026
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Deutschland

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[–] Zacryon@feddit.org 1 points 2 hours ago

Abgesehen von dem hohen Papierkramaufwand scheitert das ja auch gerne mal daran, dass es Eltern gibt, die keinen Bock haben ihre Daten offenzulegen, selbst wenn das Ergebnis immer noch den Baföghöchstsatz in Aussicht hätte. Klar, kann man sich dann einklagen. Wenn man das Geld für den ganzen juristischen Kram hat und sich die Familienharmonie zerschießen möchte.

Oder dem Amt fällt ein, dass sie noch weitere Infos wollen, die man dann einsendet und wieder monatelang auf eine Antwort wartet, und denen fällt dann auf, dass die sich noch weitere Extraunterlagen wünsche, usw.. Die haben scheinbar selber keine Ahnung, was die brauchen und sind unfähig eine vollständige Liste anzugeben. Auch lustig, wenn dann einfach eingesendete Unterlagen vergessen und übersehen werden. Ich habe auf diese Weise mal ein Jahr lang auf den Geldeingang warten müssen. Zuverlässig ist das nicht.

[–] Nomad@infosec.pub 22 points 1 day ago (4 children)

Es ist noch ein bisschen mehr als nur die komplizierten Anträge. Ja, der Antrag ist etwa so kompliziert wie eine Steuererklärung, aber für jemanden der studieren will ist das nicht unmöglich.

Der Knackpunkt liegt dabei wie man da im Amt behandelt wird. Keine Unterstützung, Wut bei Fehlern, sprechen mit einem als wollte man ihr privates Geld, behandeln einen wie einen Harz arbeitslosen und die regeln sind alles andere als durchsichtig oder sogar nur sauber aufgeschrieben.

Dazu kommt dass man jedes Semester nie weiß ob man es wieder kriegt und oft erst nach dem halben Semester das Geld kommt oder die Forderung es zurück zu zahlen. Kompliziert kann es auch noch mit dem Einkommen der Eltern sein und wenn es sich nicht um die erste Ausbildung handelt oder man den Studiengang wechselt.

Ich persönlich habe nach dem vierten Semester plötzlich kein BAföG mehr bekommen weil die Interpretation der uni war: kann weiter Studieren bei dem Fortschritt, einer in der Fakultät aber die regeln so interpretiert hat dass man 5 Punkte mehr haben müsste um die Bescheinigung fürs BAföG zu bekommen. Warum? Die regeln erlauben das auszulegen wie er das will und ich kann mir ja eh keinen Anwalt leisten und im BAföG Amt bekommt man sicher keine Hilfe. Und das war nachdem ich schon 3 Monate Kein Geld bekommen hatte.

Und das Geld reicht dann oft kaum zum leben. Ich habe dann schnell einen job an der uni angenommen und einen Tag die Woche gearbeitet und das Geld war so deutlich einfacher aufzutreiben ohne den ganzen ärger und Unsicherheit. Ein Schelm der böses dabei denkt...

[–] Zacryon@feddit.org 1 points 3 hours ago

aber für jemanden der studieren will ist das nicht unmöglich

Nicht pauschal für alle. Das ist auch nicht mit der Studierfähigkeit gleichzusetzen.

[–] helix@feddit.org -1 points 16 hours ago (1 children)

behandeln einen wie einen Harz arbeitslosen

Mal abgesehen davon dass man auch Bürgergeldempfänger wie Menschen behandeln sollte, zeigt diese Formulierung, dass Du Teil des Problems bist.

[–] Nomad@infosec.pub 1 points 15 hours ago (1 children)

Das sollte heißen genau so schlecht wie sie einen arbeitslosen behandeln würden.

[–] helix@feddit.org -2 points 11 hours ago

Ja, ich habe das schon verstanden.

[–] Kazel@feddit.org 0 points 19 hours ago* (last edited 19 hours ago)

Ja, der Antrag ist etwa so kompliziert wie eine Steuererklärung, aber für jemanden der studieren will ist das nicht unmöglich.

ja sau kompliziert sowas... also wer studieren will und das nicht schafft..........

[–] rumschlumpel@feddit.org 4 points 1 day ago (2 children)

der Antrag ist etwa so kompliziert wie eine Steuererklärung

Steuererklärungen sind für Arbeitnehmer ziemlich einfach ...

[–] Nomad@infosec.pub 3 points 23 hours ago

Das wollte ich sagen. Das ist nicht sonderlich schwierig, man muss sich nur damit befassen.

[–] kossa@feddit.org 8 points 1 day ago* (last edited 1 day ago) (1 children)

Ja, Steuerklasse I, einen Job, sonst nichts? Einfach.

Verheiratet, Kind(er) in der Ehe, Patchwork mit ggf. Kindern aus früheren Verbindungen (ehelich, unehelich), man pflegt Angehörige, Jobwechsel mit Abfindung, tlw. Elterngeld in dem Jahr, absetzbares Büro für Homeoffice, parallel läuft noch ein random Erbschaftsfall, und das FA kommt seit Jahren nicht aus dem Quark?

Der scheiß kann auch für Arbeitnehmer kompliziert werden.

[–] rumschlumpel@feddit.org 3 points 1 day ago

Hm, fair. Aber die meisten Studenten sind halt auch ledig ohne Kinder ...

[–] rumschlumpel@feddit.org 10 points 2 days ago (4 children)

WTF. Dass der Antrag zu kompliziert ist, geschenkt, aber das ist ziemlich absurd, ihn gar nicht erst zu stellen. Bafög-Schulden sind ja mal sowas von egal im Vergleich zu einem Studium, das man wegen zu viel Erwerbsarbeit oder zu wenig Geld nicht schafft ...

[–] Tiefkuehlkost@feddit.org 4 points 19 hours ago* (last edited 19 hours ago)

Bei vielen die ich kenne hatten die Eltern einfach keinen Bock ihre Daten offenzulegen selbst wenn sie nicht annähernd zuviel verdient hätten.

Dazu kommt die Unsicherheit für fortlaufende Genehmigungen die andere schon gennant hatten.

Und der Freibetrag für den Studierenden ist relativ gering, wenn man z.b. in irgendeiner Form dual Studiert fällt man zwar unter die Bafög Regelung(Zählt damit warscheinlich auch oben in die Statistik) hat jedoch garkeinen Freibetrag auf die Vergütung und ist dadurch von anderen Sozialleistungen wie Wohngeld ausgeschlossen, aber hat trotzdem Anspruch auf 0 Euro Bafög. (Ja ist odly specific weil dies bei mir der fall ist)

[–] Frieda@feddit.org 7 points 1 day ago

Unser Kind wurde während des Studiums krank und schwerbehindert. Es brauchte ein paar Monate für Krankenhausaufenthalt, um sich mit der neuen Situation zu arrangieren. Doch das BAföG Amt zahlt nicht weiter, wenn man mehr als 3 Monate das Studium unterbricht. Irgendwie musste das Kind weiter essen und wohnen.... Das Jobcenter zahlt nicht, wenn man noch immatrikuliert ist. Also musste das Studium nach 6 Semestern beendet werden.

[–] mustbe3to20signs@feddit.org 17 points 2 days ago* (last edited 2 days ago)

An manchen Hochschulstandorten dauert es selbst mit der BAföG-Weiter(!)Bewilligung ein Jahr. Da kann ich es schon verstehen. Wozu der ganze Ärger um das Darlehen, wenn ich meine laufenden Kosten eh mit Arbeit finanzieren muss, bis es dann irgendwann kommt?

[–] Successful_Try543@feddit.org 10 points 2 days ago* (last edited 2 days ago) (1 children)

Zumal ja nur die Hälfte der Bafög-Leistungen ein Darlehen sind, die andere Hälfte ist gratis, geschenkt, für umme.

[–] rumschlumpel@feddit.org 6 points 2 days ago* (last edited 2 days ago) (1 children)

Und es ist ein zinsloses Darlehen! Enormer Unterschied zu Standard-Darlehen, wenn man nach dem Studien nicht sofort mit der Rückzahlung beginnen kann ist das ohne Zins und Zinseszins deutlich entspannter.

[–] Successful_Try543@feddit.org 6 points 2 days ago

Außerdem ist der Rückzahlungsbetrag gedeckelt und man bekommt nochmals Einiges erlassen, wenn man nach dem Studium alles in einem Rutsch zurückzahlt.