Modernes Fahrraddesign ist wirklich eine Seuche und man kann es bestimmten Rädern schon ansehen, dass sie nicht lange leben werden bzw. dass dann irgendwann die Ersatzteile fehlen. Da werden dann speziell geformte Sattelstützen verbaut für die man in 10 Jahren kein Ersatzteil mehr bekommt. Da werden dann diese integrierten Lenker verbaut, die man nach dem Sturz in 7 Jahren nicht mehr kaufen kann und dann ist das Rad Sondermüll. Da wird ein Standard nach dem nächsten geschaffen und aufgegeben. Motoren sind nicht zu reparieren, aber dann mit der nächsten Modellgeneration nicht mehr als Ersatz zu beschaffen und die neue Generation passt nicht ans Rad. Akkus werden in die Räder integriert und wenn die fritte sind, gute Nacht. Selbst bei eigentlich harmlosen Dingen wie Bremsen stolpert man plötzlich über Probleme mit Ersatzteilen. Das ging definitiv besser.
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@JensSpahnpasta
@D_a_X
Dieses Thema durchzieht uns in so vielen Bereichen - ich finde es zum kotzen!
-Habe gerade einen Gamer-PC mit defektem Netzteil auf dem Tisch: Netzteil obsolet, Nachfolger-NT nicht vollständig kompatibel mit dem Kabelbaum
-LED-Scheinwerfer funktioniert nicht - LED gibt's nicht mehr
- vor 10 Jahren auf den Markt gekommener 3D-Drucker - Service komplett eingestellt
Das mit der absichtlich herbeigeführten Kompatibilität bei Ersatzteilen habe ich auch schon festgestellt. Bei alten Fahrrädern kann man die Komponenten untereinander durchtauschen, bei neueren Fahrrädern geht das nicht mehr so einfach. Auch ist mir beim E-Bike eines Bekannten aufgefallen, dass die Teile so beschaffen sind, dass diese nicht lange halten: so ist z.B. bei der Vorderlampe die Kabeleinführung oben am Gehäuse. Dort also, wo Regenwasser leicht hineinlaufen kann und zu Korrosion führen kann. Bei alten Fahrrädern war die Kabeleinführung immer unten am Gehäuse.
Genauso, wie es immer schwieriger ist, ein Auto selbst zu reparieren, hat es sich inzwischen auch bei Fahrrädern eingeschlichen.
Enshittification (weichere Bremsklötze, die schneller abnutzen) und geplante Obsoleszenz (konstruktive Fehler, wie die zuvor beschriebene Kabeleinführung bei der Vorderlampe) nun auch beim Fahrrad:
Eine Studie kommt zu dem Schluss, dass „der Verzicht auf Normung ein profitables Geschäftsmodell ist, weil er dafür sorgt, dass Fahrräder nur eine bestimmte Zeit lang gefahren werden können.“ Die abnehmende Nachhaltigkeit von Fahrrädern ist kein technologisches Problem und nicht nur bei Fahrrädern der Fall. Wir sehen es auch bei der Herstellung anderer Produkte, wie Computern. Ein Fahrradmechaniker stellt fest: „Das Problem hier ist der Kapitalismus, nicht die Fahrräder.“
Spannender Artikel, danke fürs teilen!
Das hat mich sehr überrascht:
In einer kürzlich durchgeführten Studie wurden jedoch die Lebenszyklusemissionen eines elektrischen Lastenfahrrads aus Kohlefaser auf 80 gCO2 pro Kilometer berechnet - nur halb so viel wie bei einem elektrischen Lieferwagen (158 gCO2/km). 17 Die Forscher erklären dies mit der unterschiedlichen Laufleistung - 34.000 km im Vergleich zu 240.000 km für den Transporter - und den Kohlefaserverbundwerkstoffen in vielen Komponenten, einschließlich des Fahrgestells des Fahrzeugs.
Dass der Lieferwagen so wenig CO2 raushaut (inkl. Herstellung!), ist schon erstaunlich. Mein 15 Jahre alter Benzin-Kleinwagen gönnt der Umwelt schon 120g/km, ohne dass dabei die Herstellung berücksichtigt wäre.
Das ist ja gerade der Gag an den eAutos: wir bauen ja fleißig erneuerbare Energien aus und mit jedem neuen Windrad und jedem Solarpark fahren die eAutos dann klimafreundlicher.