this post was submitted on 25 Mar 2026
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DACH - Deutschsprachige Community für Deutschland, Österreich, Schweiz

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[–] trollercoaster@sh.itjust.works 7 points 19 hours ago* (last edited 19 hours ago) (2 children)

Das mit der sozialen Isolation hat nichts mit der Gebäudeart zu tun, sondern mit den Leuten, die darin wohnen. Ich wohne auf dem Land, ein Großteil der Wohnbebauung sind hier Einfamilienhäuser ggf. mit Anbauten. Isoliert sind aber die Leute eher selten. Man redet mit Nachbarn und hilft sich auch oft gegenseitig. Bei guter Nachbarschaft gibt es nicht mal Gartenzäune, oder man hat eine Tür im Zaun direkt zum Nachbarn.

Ausnahme sind auffällig oft Zugezogene aus der Stadt, die eigentlich nur hergezogen sind, weil es billiger ist, und sie sich irgendwelche bescheuerten Hirngespinste über die Ruhe des Landlebens machen. Dass die Kandidaten isoliert sind, ist eigentlich kein Wunder, denn die suchen gar keinen Kontakt. Im schlimmsten Fall terrorisieren sie noch die ganze Nachbarschaft, indem sie versuchen, Allen ihre krankhaft absurden Vorstellungen vom ruhigen Landleben aufzuzwingen, z.B. indem sie den Nachbarn verklagen, weil seine Hühner gackern. Hier hat auch mal so ein Arschloch kurz nach seinem Einzug den den Kindergarten direkt neben seinem Haus verklagt, weil die Kinder beim Spielen laut sind.

[–] jgjl@discuss.tchncs.de 2 points 15 hours ago

Die soziale Isolation hat absolut was mit der Gebäudeart bzw. dem Bebauungsplan zu tun. Hier in den USA wird das extrem deutlich. In DACH gibt es solche Siedlungen glaube ich eher selten.

[–] Feddinat0r@feddit.org 4 points 17 hours ago (2 children)

Ich unterschreibe dies!

Wenn mein Nachbar was schaffen muss in der "mittagsruhe" , dann muss er wohl was schaffen. Kommt bei mir halt auch mal vor.

[–] rbn@sopuli.xyz 4 points 1 hour ago

Mittagsruhe ist für mich eh so ein überholtes Konzept... Nachts keine Frage, aber dieser willkürliche Slot von zwei Stunden hat zumindest für mich nie wirklich Sinn ergeben.

[–] trollercoaster@sh.itjust.works 2 points 15 hours ago

Ja, das kommt bei Allen mal vor. Leben und leben lassen.

[–] treno_rosso@feddit.org 2 points 21 hours ago

" die geltenden Abstandsregeln sind ein Problem. In Eigenheimsiedlungen darf in der Regel nicht bis an die Grundstückskante heran gebaut werden. Einzige Ausnahme sind Garagen. Daher bietet es sich an, bestehende Garagen aufzustocken und hier neuen Wohnraum zu schaffen."

4D Schach mit dem Baurecht. Geht so durch, keine Frage.

[–] plyth@feddit.org 1 points 23 hours ago* (last edited 21 hours ago) (1 children)

Was ist die richtige Mischung von Privatheit und Zusammenleben?

Dafür werden architektonische Lösungen gesucht, die die richtige Mischung aus Privatheit und Zusammenleben möglich machen -

Unausgesprochen bleibt, dass das Einfamilienhaus dazu beiträgt, dass sich die Massen nicht politisch organisieren. Die Mittelschicht ist individualisiert und isoliert von der Unterschicht.

Im frisch gemähten Gras sitzt die adrett frisierte Mutter mit ihrem sehr blonden Kind. Und im Hintergrund schaut der Vater, der gerade von der Arbeit gekommen ist, vom Wohnzimmer aus auf sein perfektes Familienglück.

Die Verbindung zum Faschismus wird nur angedeutet.

Es sind solche Bilder, mit denen Zeitschriften wie "Schöner Wohnen" in der Bundesrepublik der Nachkriegszeit den Traum vom Einfamilienhaus prägten. "Eigentlich ist das eine Anleitung zum richtigen Wohnen

Die politische Funktion der Einfamilienhäuser wird erahnbar, aber nicht diskutiert. Die Isolierung wird weiterhin nicht in Frage gestellt. Verdichtung überwindet nicht die Isolation:

Wie schaffen wir es, jeder Wohneinheit einen Außensitz zu ermöglichen, ohne dass die Privatsphäre, die im Einfamilienhaus so wichtig ist, verloren geht?", beschreibt Kronauer eine typische Gestaltungsaufgabe beim Umbau von Einfamilienhäusern.

Die Einfamilienhaussiedlung ist die Antwort der Elite auf die Pariser Commune.

[–] JensSpahnpasta@feddit.org 11 points 20 hours ago (2 children)

Dazu hätte ich ehrlich gesagt gerne ein paar Quellen. Dass die Einfamilienhaussiedlung die Antwort der Elite auf die Pariser Commune ist, ist nämlich eine doch etwas wilde These.

Ich glaube eher, dass das EFH menschliche Grundbedürfnisse widerspiegelt. Ein Ort, an dem man als Familie tun und lassen kann, was man will. Ein kleiner Garten, den man sich so einrichten kann, wie man möchte, ohne dass irgendwelche merkwürdigen Nachbarn da direkt selbst drin rumsitzen, einem auf die Nerv gehen oder ein Mitspracherecht bei der Gestaltung wollen. Privatsphäre im Sinne von "man bekommt nicht direkt mit, was die Nachbarn machen" und die ebenfalls nicht. Man kann also zum Beispiel einfach seine Musik hören, ohne dass irgendwer an die Tür klopft. Und man ist einfach freier in dem, was man tut. Will man eine Wärmepumpe einbauen oder die Fassade renovieren, dann kann man das machen, ohne diese extreme Hässlichkeit, dass man eine Wohnungseigentümerversammlung davon überzeugen muss.

[–] germanatlas@lemmy.blahaj.zone 7 points 20 hours ago

Als jemand der vom EFH aufm Dorf zur Wohnung in der Stadt wechselte: das ist absolut der Faktor, den ich am meisten vermisse.

[–] plyth@feddit.org 0 points 18 hours ago

Ich meine, dass ich die Idee von einer Analyse amerikanischer Suburbs habe, die von der Standardantwort abwich, dass die Flächenausbreitung eine Strategie gegen Atombomben ist. Ohne öffentlichen Raum ist es schwer, dort eine Gemeinschaft zu formen. Ausserdem kann dort gar nicht lange rebelliert werden, weil es dort weder Nahrungsmittelvorräte gibt noch Produkivkapital, mit dessen Kontrolle man etwas fordern könnte. Die Quelle hab ich leider nicht mehr.

Ich denke die aufgelisteten Vorteile des Eigenheims zeigen bereits, worum es geht. Entscheidungsfindung in der Gruppe wird als Bürde empfunden und die Vorlieben der anderen als störend bzw die Notwendigkeit der Rücksichtsnahme wegen anderer Vorlieben ist anstrengend. Das dürften genau die Werte sein, für die sich Konservative einsetzen: frei zu sein von den Entscheidungen anderer. Die Lösung: privater Besitz und Isolation.

Damit entwickelt die Gesellschaft nicht die Strukturen, mit denen sie sich basisdemokratisch organisieren könnte.