this post was submitted on 24 May 2026
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DACH - Deutschsprachige Community für Deutschland, Österreich, Schweiz

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Bis in die späten 1970er-Jahre wuchsen Löhne und Renten nahezu im Gleichschritt mit dem Bruttoinlandsprodukt pro Kopf. „Bis in die späten 1970er-Jahre hatten wir eine Umverteilung von oben nach unten und kräftige Lohnsteigerungen“, erklärt Paetz. Nach den Ölpreiskrisen – und vor allem mit der Agenda-2010-Politik ab den 2000er-Jahren – habe der Abbau des Sozialstaats begonnen. Löhne seien seitdem zunehmend nur noch als Kostenfaktor betrachtet worden, nicht als Nachfrage. Paetz plädiert dafür, das zu ändern: Wer mehr verdient, kann auch mehr ausgeben. „Gewerkschaften wurden dazu gedrängt, mäßige Lohnsteigerungen zu akzeptieren, um Arbeitsplätze zu sichern. So haben sich Löhne und Renten von der Produktivität entkoppelt“, sagt Paetz.

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[–] LazyGit@feddit.org 45 points 1 month ago (1 children)

Also zusammengefasst: Das Geld wäre schon da, aber nicht da, wo es benötigt wird.

Ist ja ne ganz neue Erkenntnis.

Von Schröder verbrochen, von Merkel kultiviert und jetzt Tradition.

[–] Obin@feddit.org 23 points 1 month ago

Natürlich wäre das Geld da. Deutschland ist trotz allem immer noch eine der reichsten Volkswirtschaften der Welt. Würde der ganze Wohlstand den wir erwirtschaften einfach gerecht auf alle Menschen verteilt, dann müsste sich keiner Sorgen um die Zukunft machen. Das ist ein simpler Fakt.

Alles andere ist ein zunehmend absurdes Rechtfertigungskonstrukt warum das schon wichtig und gut ist, dass unser ganze Wohlstand von ein paar Wenigen abgesaugt wird ohne irgendwas zurückzugeben und warum wir deshalb härter und härter arbeiten müssen um von den paar Krümeln mehr, die dann für uns abfallen noch leben zu können.

[–] it_depends_man@lemmy.world 32 points 1 month ago (1 children)

Ja.

Und wer hat das zugelassen und einfach weiter gemacht?

Vollidioten.

[–] comrade_twisty@feddit.org 9 points 1 month ago (1 children)

Dazu muss man wissen, dass die SPD ein klares Ziel hat. - Die 5% Hürde.

[–] Senseless@feddit.org 5 points 1 month ago

5% Hürde speedrun

[–] azolus@slrpnk.net 26 points 1 month ago

Hallelujah, das hat jetzt auch lange genug gedauert, bis der Punkt mal medial wirksam vorgestellt wird. Der Reichtum dieser Gesellschaft fließt halt in die Taschen einiger weniger, und das zwar schon immer - aber mittlerweile noch krasser als vor einigen Jahrzehnten. Jetzt so zu tun als wäre der Abbau des Sozialstaats und von Arbeitsschutzgesetzen der einzige Ausweg ist Gigaverarsche, und sie wird begründet mit der unausweichlichen demografischen Entwicklung...

Die Streichung der Vermögenssteuer, die massive Schonung von großen Erbschaften und das Drücken der Lohnkosten durch "Flexibilisierung" des Arbeitsmarkts und Abbau des Sozialstaats sind die tatsächlichen Gründe für die leeren Staats- und Versicherungskassen.

[–] Weingeist@feddit.org 21 points 1 month ago (1 children)

In den 80ern haben die Neoliberalen angefangen mit diesem ganzen "der Staat muss sich raushalten".

Zufall? Ich denke nicht.

[–] AntonMuster@discuss.tchncs.de 17 points 1 month ago (3 children)

Ich muss da immer an das denken.

[–] Ooops@feddit.org 8 points 1 month ago (1 children)

Funktioniert auch mit Kohl, Mitterand, Thatcher, Mulroney und wie sie alle heißen...

[–] Mora@pawb.social 10 points 1 month ago

Alleine was Kohl Deutschland an Zukunft geraubt hat. Glasfaserausbau war schon eine beschlossene Sache in Deutschland, da kommt das fette Omelette auf die Idee diesen wieder zu stoppen. Wir hätten in einer Schlüsseltechnologie Vorreiter sein können. Wie immer ein herzliches Leck Eier an die CxU.

[–] schnurrito@discuss.tchncs.de 6 points 1 month ago (1 children)

Bislang kenne ich nur https://wtfhappenedin1971.com/ und 1971 war lange vor Reagan.

[–] comrade_twisty@feddit.org 5 points 1 month ago* (last edited 1 month ago)

1971 war doch die Ölkrise afaik. Denke das hatte einen grossen Einfluss auf die Umverteilung.

Reagan kam dann danach und hat der Arbeiterklasse den Todesstoss versetzt.

[–] Iksbat@feddit.org 13 points 1 month ago (1 children)

Was ich auch als riesiges Problem sehe: die Rente wird von den Kindern der Rentenempfänger gezahlt. Kinder bekommen muss also eine Investition (für das Alter) sein, ist aber gerade komplett entkoppelt. Kinder bekommen bringt finanziell nur Nachteile, Rente bekommt man auch von Kindern anderer Eltern. Es gibt mittlerweile sooo viele Paare die keine Kinder wollen, weil sie sich das nicht leisten können. Wenn meine Generation in die Rente kommt haben wir das gleiche Thema, wie mit den Boomern...

[–] poVoq@slrpnk.net 1 points 1 month ago (3 children)

Rente bekommt man auch von Kindern anderer Eltern.

Ja, aber man bezahlt auch für die Ausbildung usw. von Kindern anderer Eltern.

Das ist letztendlich ungefähr ausgeglichen, und die zusätzlichen Kosten der Eltern sind halt einfach eine Folge des Hobbies "Kinder" den diese sich zu ihrem persönlichen Vergnügen leisten.

Und die Rente selbst wird nicht von den Eltern, sondern von den Kindern selbst bezahlt.

[–] saimen@feddit.org 6 points 1 month ago* (last edited 1 month ago) (6 children)

Ja, aber man bezahlt auch für die Ausbildung usw. von Kindern anderer Eltern.

Ja aber weil die ganze Gesellschaft grundsätzlich enorm von gut ausgebildeten Mitbürgern profitiert, die Renteneinzahlungen sind nur ein kleiner Teil davon.

Das ist letztendlich ungefähr ausgeglichen

Sagt dein Bauchgefühl? Meins sagt, dass die durschnittlichen Rentenkosten deutlich höher als die durschnittlichen Bildungskosten sind. Und selbst wenn nicht: Gute Bildung hat noch zahlreiche andere positive Auswirkungen auf die ganze Gesellschaft und ist alleine deswegen schon eine gewinnbringende Investition von jedem in der Gesellschaft.

und die zusätzlichen Kosten der Eltern sind halt einfach eine Folge des Hobbies "Kinder" den diese sich zu ihrem persönlichen Vergnügen leisten.

Ich kann ja verstehen, dass man das so sehen kann aus einer engstirnigen egoistischen Perspektive, aber es ist halt einfach genauso wie wenn man sagen würde: wenn jemand bei der freiwilligen Feuerwehr durch einen Einsatz während der Arbeitszeit einen Lohnausfall hat oder sogar seinen Job verliert, dann ist das halt Folge seines Hobbies. Kann man so argumentieren, aber ist halt asozial und scheisse.

Und die Rente selbst wird nicht von den Eltern, sondern von den Kindern selbst bezahlt.

Das war ja genau das Argument. Eltern haben Mehrkosten wegen der Kinder und die Kinder müssen dann nicht nur die Rente für die eigenen Eltern sondern auch die für kinderlose Rentner erwirtschaften. Bzw. andersrum: kinderlose Rentner "profitieren" von den Kindern anderer Eltern ohne dieselben Kosten gehabt zu haben.

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[–] plyth@feddit.org 2 points 1 month ago (4 children)

Das ist letztendlich ungefähr ausgeglichen,

Zählt aber nicht, denn es ist für die Kinder, von denen man profitiert, und nicht für die Eltern.

Wenn man Kinder nicht vor dem iPad parkt ist das "Hobby" ein Beruf. Selbst mit iPad und Kindergeld werden die meisten weit mehr für das Hobby zahlen als die meisten für ihre Hobbies zahlen.

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[–] Iksbat@feddit.org 2 points 1 month ago (1 children)

Wenn wir Kinder weiter als Hobby sehen und die Geburtenrate unter 2 (aktuell unter 1,4) bleibt, haben wir als Nation langfristig verloren.

[–] poVoq@slrpnk.net 2 points 1 month ago (4 children)

Keineswegs. Nur wenn wir das mit Migrationsfeindlichkeit kombinieren wird dies kurzfristig zu einem Problem, und mittel bis langfristig ist die absolute Bevölkerungszahl irrelevant, oder sind die Niederlande "verloren" weil dort keine 80 Millionen wohnen?

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[–] plyth@feddit.org 10 points 1 month ago* (last edited 1 month ago) (1 children)

„Bis in die späten 1970er-Jahre hatten wir eine Umverteilung von oben nach unten und kräftige Lohnsteigerungen“, erklärt Paetz.

Falsch. Die Löhne stiegen nicht mehr als die Produktivitätssteigerung. Die Elite war nur bereit, von ihrem Zugewinn etwas abzugeben. Prozentual ist der Lohn im Verhältnis zum Gewinn gefallen. 15% Produktivitätssteigerung und 10% Lohnsteigerung ist nicht Erfolg sondern Niederlage.

Der Abbau hat 1971 begonnen.

https://wtfhappenedin1971.com/

allem mit der Agenda-2010-Politik ab den 2000er-Jahren

Wenn man nicht mehr mit dem Kommunismus konkurrieren muss, kann man sich alles nehmen. Es zeigt, dass die politischen Erfolge vorher nicht erkämpft sondern geschenkt waren und die Arbeiter sich keine echte Macht erarbeitet hatten.

[–] brainwashed@feddit.org 7 points 1 month ago (1 children)

Das ist jetzt eine sehr amerikanische Debatte, der Einkommensgini, insbesondere der nach Transfers, ist in Deutschland völlig unspektakulär niedrig.

[–] plyth@feddit.org 3 points 1 month ago (1 children)

Der Artikel sagt was anderes:

So haben sich Löhne und Renten von der Produktivität entkoppelt“, sagt Paetz.

Wie sind denn die Werte ohne Transfers? Wenn wir den Gini Koeffizienten schönrechnen, indem durch Transfers die unteren Gehaltsklassen angeglichen werden, dann ist das kein starkes Argument. D.h. praktisch sind wir eine Klasse schlechter und so gut wie Russland? https://de.wikipedia.org/wiki/Gini-Koeffizient

Wenn Gewinne in Steuerparadiese oder zu ausländischen Investoren umgeleitet werden, wird der Gini Koeffizient auch am oberen Ende geschönt sein. Gibt es eine Datenquelle, die das alles einbezieht?

[–] brainwashed@feddit.org 2 points 1 month ago* (last edited 1 month ago) (1 children)

Der Gini sagt genau nichts über die Entkopplung von Produktivität und Löhnen aus. also sagt der Artikel dahingehend auch nichts anderes. Der betrachtet nur Einkommen. insofern wird das, was du dir wünscht, nämlich Abfluss von Gewinnen, zum Beispiel ins Ausland, da einfach gar nicht stattfinden, weil das Individuen in Deutschland betrachtet. Auch wenn Gewinne in irgendeiner Vermögensverwaltung GmbH / Holding fließen, fällt das erst mal nicht als Einkommen auf individuelle Ebene an. Also auch da ist der Gini raus.

Zuletzt ist ein geringer GINI erst mal auch kein Zeichen für breit verteilten gesellschaftlichen Wohlstand. Gibt genug extrem arme Länder, die vergleichsweise Einkommens gleich sind.

[–] plyth@feddit.org 1 points 1 month ago (1 children)

Also auch da ist der Gini raus.

Desswegen sagt der Gini nicht, ob die Gewerkschaften mehr fordern könnten.

Zum Vergleich brutto versus netto in verschiedenen Ländern habe ich nur diese Visualisierung gefunden

Das ist sehr interessant. Ich hätte bei Einkommen auch eine Gaussverteilung angenommen aber es ist fast gleichverteilt.

Einkommen netto in Deutschland nicht das Problem is

Ich halte Lohnunterschiede nicht für ein großes Problem. Das Problem ist, dass die Elite die Gewinne einbehält und gar nicht erst auszahlt.

[–] brainwashed@feddit.org 1 points 1 month ago (1 children)

Das Problem ist, dass die Elite die Gewinne einbehält und gar nicht erst auszahlt.

Also ja, mag im Ergebnis so sein, dafür tragen sie dann auch die Verluste. Arbeitnehmer werden zuerst bezahlt. Kann sich ja jeder heutzutage mit MSCI World ETF oÄ Anrechte auf zukünftige Cashflows sichern.

[–] plyth@feddit.org 1 points 1 month ago (1 children)

dafür tragen sie dann auch die Verluste.

Das gleicht es nicht aus. Wenn die Arbeitnehmer 50% oder mehr des Lohns für Wohnraum zahlen, ist der Lohn zu niedrig.

Die Arbeiter tragen sehrwohl die Verluste, weil sie bei Fehlentscheidungen als erstes entlassen werden.

Kann sich ja jeder heutzutage mit MSCI World ETF oÄ Anrechte auf zukünftige Cashflows sichern.

Kann er nicht, weil er nicht das Vermögen hat und die Renditen niedrig sind. Nur über eigene Unternehmen und gute Entscheidungen kann man Vermögen aufbauen.

[–] brainwashed@feddit.org 2 points 1 month ago (1 children)

Wenn die Arbeitnehmer 50% oder mehr des Lohns für Wohnraum zahlen, ist der Lohn zu niedrig.

Der Arbeitgeber stellt nicht den Wohnraum und wenn das ein Grund ist, dass der Arbeitgeber mehr zahlen sollte, musste der Arbeitnehmer ihm das sagen oder sich direkt einen Job suchen, wo er weniger Miete, Homeoffice machen kann etc pp. Arbeitgeber ist auch nicht schuld daran, dass Arbeitnehmers Tankfüllung teurer wird oder dass seine Frau wegläuft.

Und Verluste tragen die Arbeitnehmer natürlich nicht. Die müssen die 5 Mio Miese am Ende nicht bezahlen, wenn die Firma Hops geht.

Kann er nicht, weil er nicht das Vermögen hat und die Renditen niedrig sind.

Die Renditen sind ja langfristig nicht niedrig. Und man kann da wörtwörtlich ab 25 Euro im Monat anfangen. Das kann jeder arbeitende.

[–] plyth@feddit.org 1 points 1 month ago (1 children)

Der Arbeitgeber stellt nicht den Wohnraum

Akkumulation des Kapitals. Arbeitgeber hat soviel Geld, dass er Arbeitnehmer beim Hauskauf überbieten kann und Politiker beeinflussen kann, dass sie nur begrenzt Bauland ausweisen. Der Markt funktioniert nicht mehr.

Und Verluste tragen die Arbeitnehmer natürlich nicht. Die müssen die 5 Mio Miese am Ende nicht bezahlen

Wenn sie Aktien haben schon. Haben sie aber meistens nicht, weil ihre Löhne zu niedrig sind. Aber das ist eine andere Rolle.

Der Arbeitgeber hat meist eine AG oder GmbH. Damit trägt er auch nicht die Miese. Er entlässt Mitarbeiter und schrumpft die Firma. Die Mitarbeiter können u.U. Kredite oder Miete nicht bedienen und verlieren ihr Zuhause oder Auto.

Das Risiko für schlechtes Wirtschaften ist erst einmal bei den Angestellten.

[–] brainwashed@feddit.org 3 points 1 month ago (1 children)

was ist denn das hier für ein Zerrbild, wo der Arbeitgeber jetzt gleichzeitig der Lobiierende Immobilienspekulant ist? Was macht der am Wochenende?

Haben sie aber meistens nicht, weil ihre Löhne zu niedrig sind. Aber das ist eine andere Rolle.

Das entspricht einfach nicht der Realität. Deutsch haben viel Vermögen, nur leider in Bar unterm Kopfkissen und auf dem Sparbuch und selten in Unternehmen.

Damit trägt er auch nicht die Miese.

Natürlich, denn sein Unternehmenswert X ist morgen vielleicht X/2 wert. Ist ja ne Gesellschaft mit beschränkter Haftung und nicht eine Gesellschaft ohne jede Haftung. Abgesehen davon müssen natürlich diverse Standards eingehalten werden, wenn man sich "mal eben" gesundschrumpfen will. "LOL wir hatten einen Verlust" reicht hier nicht.

[–] plyth@feddit.org 1 points 1 month ago (1 children)

was ist denn das hier für ein Zerrbild,

Grundlagen des Kapitalismus. Durch Zinseszinseffekte wandert das Vermögen zur Elite. Sie sucht sich Investitionsmöglichkeiten und hat irgendwann alles aufgekauft und es bleibt nur noch der Besitz der Arbeiter.

Wir sind an dem Punkt, wo Wohnungen nicht mehr bezahlbar sind weil Immobiliengesellschaften alles aufkaufen.

Deutsch haben viel Vermögen, nur leider in Bar unterm Kopfkisse

Ja, noch. Die nächste Generation aber nicht mehr so viel. Das Kopfkissen ist in der Tat ein Problem und der Grund, warum Amerikaner trotz niedrigerer Sparquote mehr Vermögen haben.

Natürlich, denn sein Unternehmenswert X ist morgen vielleicht X/2 wert.

Das Risiko von Konsequenzen in der Lebensqualität besteht für den Handwerker. Für Billionäre ist es kein Risiko das die Lebensqualität beeinflusst.

Abgesehen davon müssen natürlich diverse Standards eingehalten werden

Die für Konzerne kein Problem sind. Es trifft dann nicht sozial schwache Arbeiter aber irgendwelche Arbeiter trifft es. Wahrscheinlich Leiharbeiter. Eigentlich am schwächsten, aber legal.

[–] brainwashed@feddit.org 1 points 1 month ago (1 children)

Man merkt, dass du komplett vom amerikanischen Diskurs verdreht bist. Erst mal gibt es nicht einen Billionär, sondern nur Milliardäre. Zweitens arbeiten die meisten eben nicht für Milliardäre, in Deutschland sind die meisten bei KMUs beschäftigt. Und Vermieten tun in Deutschland zu einem reisen Teil private Kleinvermieter und keine Megakonzerne.

Ich kann dich beruhigen, Jeff Bezos kauft deine Wohnung voraussichtlich nicht. Das liest sich alles, als hättest du ne große Hasskappe und bist dir ganz sicher, dass die da oben es auf den armen Arbeiter abgesehen haben. Faktisch haben wir einfach eine extreme Urbanisierungsbewegung gekoppelt mit unfassbaren Trendstädten. Du kannst in Deutschland sehr günstig wohnen, da will nur kaum jemand hin.

[–] plyth@feddit.org 1 points 1 month ago (9 children)

komplett vom amerikanischen Diskurs verdreht bist.

Ja. Beeinflusst würde mir allerdings besser gefallen.

Der aktuelle Zustand ist ja auch noch nicht das Endergebnis. Die mittleren Einkommen schrumpfen. Wer soll zukünftig in Wohnungen investieren können?

Ausgangspunkt ist:

Löhne und Renten von der Produktivität entkoppel

Damit muss das Vermögen zur Elite wandern, neben den sowieso laufenden Zinseszinseffekten.

https://www.iwkoeln.de/fileadmin/user_upload/Studien/Gutachten/PDF/2025/Gutachten-Private-Vermieter-in-Deutschland.pdf

Wenn wir das erhalten wollen, muss die Schere geschlossen werden.

Du kannst in Deutschland sehr günstig wohnen, da will nur kaum jemand hin.

Das ist kein Argument. Wohnen muss auch da günstig sein wo die Leute arbeiten. Neben den entkoppelten Löhnen muss auch noch mehr Miete gezahlt werden. Das Vermögen kann so nur bei wenigen enden, die dadurch demokratiegefährdent viel Macht erhalten.

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[–] A_norny_mousse@piefed.zip 6 points 1 month ago* (last edited 1 month ago)

Wer mehr verdient, kann auch mehr ausgeben.

Das war früher (zumind. noch in den '90ern) allen bekannt. Also nicht nur Wirtschaftswissenschaftlern sondern auch den Verantwortlichen.

Dann kam das große Austerity-Epos heraus. Wer hat das eigentlich verzapft? Schröder? Und wen hat er nachgeahmt?

Seitdem werden die Reichen noch reicher und die Armen noch ärmer.

[–] KatherinaReichelt@feddit.org 5 points 1 month ago

Ist jetzt nicht überraschend - wer sein Leben lang im Niedriglohnsektor unterwegs war, ohne Mindestlohn gearbeitet hat, das Einkommen per Hartz IV-Aufstockung und Wohngeld ausgebessert hat, der hat auch nicht viel in die Rente eingezahlt

[–] Shyze3D@feddit.org 3 points 1 month ago

Lohnhöhe ist ein relevanter Faktor. Ein anderer ist das Verhältnis von Empfängern zu „Einzahlern“ und

[–] brainwashed@feddit.org 2 points 1 month ago (1 children)

also hätten wir früher höhere Löhne gehabt, wären früher auch die Rentenbeiträge absolut gesehen mehr gewesen und heute die daraus resultierenden Rentenansprüche. Ich sehe nicht wie das den demographischen Faktor lahmlegt, genau wie die Einbeziehung von irgendwelchen Gruppen, die jetzt in die gesetzliche Rente rein gezerrt werden. Das entlastet kurzfristig, aber langfristig werden auch hier wieder demographisch, schwer zu haltende Ansprüche erworben.

[–] Ooops@feddit.org 6 points 1 month ago* (last edited 1 month ago) (1 children)

Nicht nur früher, das funktioniert auch jetzt.

Deutsche erwirtschaften bereinigt ~ +250% pro Kopf verglichen zu den 1980ern. Pro Kopf bedeutet da ist die Demographie schon drin. Das immer wieder heraufbeschworene Schreckgespenst von den 2 Arbeitern, die einen Rentner durchfüttern müssen, wo es doch vor ein paar Jahrzehnten noch 4 Arbteiter waren, ist ein Märchen. Die Produktivität der beiden hat sich nämlich durch Fortschritt versechsfacht (weil selbst pro Kopf noch mehr als Verdreifachung).

Das Problem ist nicht die Demographie. Das Problem ist dass das ganze System an den stagnierenden Reallöhnen hängt, während die Produktivitätssteigerung (inzwischen mehr als 2/3 der Gesamtsumme) nach oben abfließt.

[–] Quittenbrot@feddit.org 2 points 1 month ago

Ernsthaft gefragt: hängt die Höhe der Rente nicht an den durchschnittlichen Einkommen? Sprich: wenn sich unser Lohnniveau erhöht, erhöhen sich nicht ebenfalls die Renten?

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