this post was submitted on 07 Mar 2026
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[–] it_depends_man@lemmy.world 0 points 15 hours ago* (last edited 15 hours ago) (3 children)

Nö das Problem ist sehr einfach, es ist einfach richtig richtig teuer: man tut genug Sicherheitspersonal auf Bahnhöfe und in Züge, die bei Gewalt einschreiten, oder auch vorsorglich betrunkene oder auffällige, laute und störende Personen entfernen.

Das es das ist was notwendig ist und was helfen würde, will nur keiner zugeben, weil dann die Rechnung aufgemacht wird, das uns X Angriffe Y Geld wert oder nicht wert sind.

Es ist außerdem auch eine Kapitulation von verschiedenen Strategien, die einerseits sparen wollen und andererseits behaupten das "Deutschland eigentlich sicher ist" und das eine allgemeine Herangehensweise von Laissez faire funktioniert. Außerdem vermute ich das die entsprechende Leute in drei Kategorien fallen: Betrunkene, Jugendliche und Obdachlose und bei 2 von 3 davon sieht es medial sehr schlecht für die aus die da "hart durchgreifen".

[–] Obin@feddit.org 18 points 13 hours ago* (last edited 13 hours ago) (1 children)

Das Problem ist halt die generelle Verrohung und Entsolidarisierung der Gesellschaft. Mit mehr "hart durchgreifen" löst du das nicht, sondern machst es nur noch schlimmer. Was nötig wäre, wäre dass die Politik aufhört die Existenzen der Leute zu ruinieren und die Menschen gegeneinander aufzuhetzen.

Ein ganz konkretes aktuelles Beispiel: Wie glaubst du, dass das Rausgängeln von psychisch Kranken aus dem Bürgergeld sich auf die Quote der pöbelnden Obdachlosen auswirkt? Genau. Damit kann man dann wiederum mehr hart durchgreifen fordern (wir sind hier), was mehr Existenzen ruiniert, worauf man mehr Entsolidarisierung fordert (die sind asozial), usw.

Den Kreislauf müssten wir halt mal durchbrechen.

[–] it_depends_man@lemmy.world 5 points 13 hours ago* (last edited 13 hours ago) (1 children)

Das Problem ist halt die generelle Verrohung und Entsolidarisierung der Gesellschaft. Mit mehr “hart durchgreifen” löst du das nicht.

Naja. Doch.

Es gibt Behindertenparkplätze. Die sind aus Solidarität mit Behinderten eingerichtet. Wenn da jemand drauf parkt, der den Platz nicht braucht ist das Mist und solche Leute machen das nicht aus Versehen und hören damit nicht auf, bis sie entweder oft genug und hart genug dafür bestraft werden, und sie keinen Bock mehr auf die Strafe haben oder man ihnen die Möglichkeit nimmt die Regelverletzung zu begehen. (Also Auto weg)

"Bei Falschparkern auf Behindertenparkplätzen hart durchzugreifen bringt nichts." ist natürlich eine Meinung die man haben kann, aber da werden wir uns nicht einigen.

Gleiches für Gewalt im öffentlichen Raum.

[–] Obin@feddit.org 5 points 12 hours ago* (last edited 12 hours ago) (1 children)

Es gibt Behindertenparkplätze.

Was ist denn das jetzt für ein Beispiel? Da ist es ja offensichtlich Schutz von Schwächeren gegenüber achtlosen Stärkeren, kein "hartes durchgreifen" (deine Worte) gegen unliebsame Schwächere die die Kontrolle über ihr Leben verloren haben.

Natürlich sollte man spätestens bei Gewalt und Belästigung einschreiten, zum Schutz der Opfer. Aber man muss sich auch bewusst sein, dass das in erster Linie Symptombekämpfung ist, die auch Nebeneffekte haben wird, den oben genannten Kreislauf weiter zu propagieren. Insbesondere wenn es flächendeckend genug erfolgt, damit es auch etwas bewirkt.

Will man das Problem lösen, muss man tiefer ansetzen, als nur mehr Polizeipräsenz auf alle gesellschaftlichen Probleme zu werfen. Zumal wir diese Kapazitäten ja auch einfach nicht haben und man dann noch willkürlicheren Scheiß als Polizei fordern wird, z.B. KI-Überwachung mit Gesichtserkennung usw. was überhaupt keine Straftaten mehr verhindert, aber eine noch schlechtere Quote von verfolgten Verbrechen zu Kollateralschaden verursachen wird.

[–] it_depends_man@lemmy.world 3 points 5 hours ago* (last edited 5 hours ago) (1 children)

Was ist denn das jetzt für ein Beispiel? Da ist es ja offensichtlich Schutz von Schwächeren gegenüber achtlosen Stärkeren

Achwas. Und wenn man Bahnreisende und Mitarbeiter vor gewalttätigen Menschen schützt, ist das komplett was anderes?

Symptombekämpfung

Bin ich voll deiner Meinung. Es geht aber eben nicht mehr, das man sagt "Ursachen angehen" und dann die Symptome so lässt wie sie sind.

Achso, ein Punkt dazu: Es ist mir scheiss egal wieviel jemand Kontrolle über sein Leben verloren hat. Wenn er oder sie Leute angreift wars das mit meinem Verständnis. Da will ich das der Angriff gestoppt wird. Danach können wir wieder diskutieren.

Zumal wir diese Kapazitäten ja auch einfach nicht haben

... und hier schließt sich der Kreis, weil ich ja ganz am Anfang gesagt habe: Das ist einfach verdammt teuer. Ausbilden, einstellen, ausrüsten...

KI-Überwachung mit Gesichtserkennung

Nix da. Genau das bringt ja nichts. Hast höchstens eine Ultra HD Aufnahme wie ein geliebter Mensch abgegriffen und verletzt wird, das kann man dann im Gerichtsverfahren 5 Jahre später sehen.

[–] Obin@feddit.org 1 points 2 hours ago* (last edited 2 hours ago)

Wenn er oder sie Leute angreift wars das mit meinem Verständnis.

Als wäre davon so viel da gewesen.

Genau das bringt ja nichts.

Und jetzt rat mal was du mit so Law and Order Geschrei bekommst. Enjoy.

[–] Phineaz@feddit.org 21 points 15 hours ago (3 children)

Dass jemand auf Lemmy vorschlägt, mehr Polizeipräsenz aufzubauen, das hatte ich nicht auf meiner Bingokarte.

[–] it_depends_man@lemmy.world 20 points 15 hours ago (2 children)

Joa. Ich verstehe wenn jemand aus persönlicher Erfahrung Abneigung gegen die Polizei hat. Und es gibt da sicher Verbesserungspotential.

Aber Rechtsstaat hat halt drei Gewalten. Online haben wir auch mods. Das man Polizei nicht mag und nicht haben will, hält genau so lange bis man sie wirklich braucht und sonst nicht weiter weiß.

[–] Phineaz@feddit.org 1 points 13 hours ago

Sehe ich ähnlich, aber man liest hier auch ganz andere Sachen.

[–] ftbd@feddit.org -4 points 14 hours ago

Wenn man sie wirklich braucht bringt sie i.d.R. auch nichts.

[–] JensSpahnpasta@feddit.org 11 points 15 hours ago (1 children)

Die Frage ist halt, was die Alternative sein soll? Völlige Anarchie und die Fahrgäste müssen sich dann wie bei Mad Max selbst gegen die Bösewichte verteidigen?

[–] Phineaz@feddit.org 2 points 13 hours ago

Soll sich hier durchaus mal lesen lassen, dieser Standpunkt.

[–] Diplomjodler3@lemmy.world 1 points 15 hours ago (1 children)

Sicherheitspersonal ist nicht das selbe wie Polizei. Und mache Probleme lassen sich halt nicht anders lösen.

[–] trollercoaster@sh.itjust.works 7 points 14 hours ago (1 children)

Richtige Polizei ist besser, als "Sicherheitspersonal".

Richtige Polizei hat einen Amtseid auf die Verfassung abgelegt und eine jahrelange Ausbildung gemacht. Und hat deshalb weitreichende Befugnisse.

"Sicherheitspersonal" ist wenig bis gar nicht ausgebildet, hat fast keine Befugnisse, bildet sich aber gerne ein, die zu haben. Die Leute, die man oft bei Sicherheitsdiensten findet, will man nicht in einer Machtposition, schon gar nicht auch noch bewaffnet, auch wenn die Bewaffnung nur aus einer Dose Pfefferspray besteht.

[–] Diplomjodler3@lemmy.world 1 points 14 hours ago (2 children)

Es ist schon richtig das viele "Sicherheitsleute" nur Mindestlöhner mit Blockwart-Komplex sind. Es ist aber auch durchaus möglich, diese Leute gut auszubilden und angemessen zu führen. Es ist nun mal nicht Aufgabe der Polizei, in Zügen mitzufahren und Betrunkene rauszuschmeissen. Die Bahn hat aber das entsprechende Personal und die entsprechenden Mechanismen. Da bräuchte es einfach mehr davon.

[–] JensSpahnpasta@feddit.org 6 points 13 hours ago

Das ist ja gerade der Gag an der Geschichte. Es ist nicht Aufgabe der Polizei, aber auch nur, weil wir die Bahn privatisiert haben. Zur Erinnerung: Die aktuelle Bundespolizei ist ja die Fusion des damaligen Bundesgrenzschutzes mit der Bahnpolizei. Die alte Bundesrepublik hatte also eine eigene Polizei, die Bahnhöfe überwacht hat und auch für die Sicherheit des Schienenverkehrs zuständig war. Und das macht, wenn man ehrlich ist, absolut Sinn. Wir haben ja auch zum Beispiel eine Autobahnpolizei und es gibt wenig Sinn, warum man die Infrastruktur wie die Bahn komplett privat sichern lassen sollte. Das ist auch in anderen Ländern entsprechender Standard.

[–] trollercoaster@sh.itjust.works 4 points 13 hours ago (1 children)

Die Privatisierung von öffentlicher Sicherheit ist relativ neu. Diesen komischen Sicherheitsdienst der Bahn gibt es erst, seitdem bei der Polizei massiv Personal eingespart wurde, dass eine Präsenz an Bahnhöfen und in Zügen nicht mehr möglich war.

Außerdem untergräbt die Privatisierung öffentlicher Sicherheit das staatliche Gewaltmonopol und den Rechtsstaat.

[–] Diplomjodler3@lemmy.world 1 points 13 hours ago (1 children)

Vielleicht wäre eine Wiedereinführung der Bahnpolizei kenne schlechte Idee. Ist allerdings völlig unrealistisch. Deshalb ist es sinnvoll, sich auf die Lösungen zu konzentrieren, die innerhalb der bestehenden Strukturen machbar sind.

[–] trollercoaster@sh.itjust.works 1 points 8 hours ago* (last edited 6 hours ago)

Was ist daran unrealistisch? Hatten wir schon mal und hat sogar funktioniert. Was spricht dagegen, das wieder zu machen?

[–] CyberEgg@discuss.tchncs.de 4 points 12 hours ago (1 children)

Oder. Oder! Und hear me out, weil das klingt vielleicht verrückt. Oder, man macht was gegen die Ursachen. Ich weiße, klingt eventuell etwas bekloppt. Aber ich glaub schon, dass es wirklich was helfen würde.

[–] it_depends_man@lemmy.world 2 points 5 hours ago* (last edited 5 hours ago)

ODER ODER ODER:

Wir machen Ursachenbekämpfung UND sorgen dafür das Bahnschaffner keine Angst haben müssen? Ne das geht nicht, das wäre Diktatur oder so...