this post was submitted on 31 Jan 2026
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Text der Petition
Mit der Petition wird eine Änderung von § 3 Absatz 3 Nr. 2c Straßenverkehrs-Ordnung dahingehend gefordert, dass auf außerörtlichen Straßen ohne baulich getrennte Geh- und Radwege die zulässige Höchstgeschwindigkeit für Kraftfahrzeuge bis 3,5 t verbindlich auf 60 km/h begrenzt wird. 100 km/h sollen künftig nur noch dort zulässig sein, wo zusätzliche, baulich getrennte Geh- und Radwege neben der Fahrbahn vorhanden sind.

Begründung
Auf vielen außerörtlichen Straßen existieren keine baulich getrennten Geh- und Radwege. Fußgänger und Radfahrer müssen diese Straßen dennoch nutzen, weil es häufig keine Alternativen gibt. Die derzeit zulässige Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h stellt in solchen Situationen ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar.
Bei hohen Geschwindigkeiten sind Reaktions- und Bremswege lang, und Kollisionen mit ungeschützten Verkehrsteilnehmern führen meist zu schweren oder tödlichen Verletzungen. Bereits eine Reduzierung der Geschwindigkeit auf 60 km/h kann den Anhalteweg deutlich verkürzen und die Schwere von Unfallfolgen erheblich mindern.
Die vorgeschlagene Regelung schafft eine klare, leicht verständliche und bundesweit einheitliche Vorgabe: Tempo 60 dort, wo sich motorisierter Verkehr den Raum mit Fußgängern und Radfahrern teilt, und Tempo 100 nur auf Strecken mit ausreichender baulicher Trennung. Damit wird die Verkehrssicherheit verbessert, die Akzeptanz der Regeln erhöht und ein wirksamer Beitrag zur Vision Zero – null Verkehrstote – geleistet.

top 16 comments
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[–] hendrik@palaver.p3x.de 16 points 1 day ago* (last edited 1 day ago) (1 children)

Uh. Nette Idee! Aber ist das nicht auch ein bisschen dumm formuliert? Also was ist, wenn es eine extra Fahrradtrasse gibt. Aber die nicht entlang der stinkenden Landstrasse geführt wird? Dann müssten irgendwie trotzdem alle 60 fahren... Oder das Land wird dazu angestiftet die Radinfrastruktur immer entlang der Landstrassen zu bauen, und das ist auch eigentlich nicht so pralle.

Ich mein, mir hier kann es egal sein. Wir hier im Ruhrgebiet träumen alle davon, irgendwo mal wieder 60km/h zu fahren. Aber hey, Stau, Baustelle, Berufsverkehr, die nächste Baustelle...

[–] CyberEgg@discuss.tchncs.de 7 points 1 day ago (1 children)

Die Petition greift auch zu kurz. Es gibt jede Menge Radwege neben Landstraßen, die dieses Tempolimit dann nicht beträfen, nur leider sind die Radwege in einem kaum befahrbaren Zustand und man muss trotzdem auf die Fahrbahn ausweichen.

[–] hendrik@palaver.p3x.de 2 points 1 day ago* (last edited 1 day ago)

Ja stimmt, solche Radwege haben wir auch. Und das dauert dann mindestens 5 Jahre bis jemand den Asphalt repariert. Oder die werden einfach nicht von Stöckern, Laub und Schnee freigehalten, und dann kann man da manchmal eh nicht drauf fahren. Und die Rennradfahrer wollen sich auch nie den Weg mit lahmen Rentnern und Fußgängern teilen, sondern fahren trotzdem weiterhin auf der Landstraße... Also das Problem ist definitiv da. Und baulich getrennt ist meiner Meinung nach auch die einzige clevere Variante. Das ganze Linien auf den Boden malen, und dann wird man trotztem 20cm vom LKW überholt ist echt kein Gewinn.

[–] A_norny_mousse@feddit.org 8 points 1 day ago (1 children)

"bauliche Trennung" müsste schon sehr klar und ohne Schlupflöcher definiert werden. Und "Radweg" auch, siehe @hendrik@palaver.p3x.de's Kommentare

[–] hendrik@palaver.p3x.de 4 points 20 hours ago* (last edited 20 hours ago)

Ja. Ich glaube vor allem brauchen wir clevere Lösungen... Also die machen hier knaller Sachen. Alte Bahntrassen zu Fahrrad-Infrastruktur umbauen, und dann kann man schön auf direktem Wege durch's Grüne fahren, fern ab vom Autoverkehr, maximal 1,5% Steigung... Aber dann machen sie auch wieder richtig dumme Sachen. Spuren umwidmen, aber das ist richtig ätzend dort zu fahren. Manchmal sogar baulich getrennt, aber nach 800m verschwindet dann der Radweg sang und klanglos und man endet erstmal inmitten einer riesigen, vielbefahrenen Kreuzung... Irgendwie enden Radwege gerne genau da wo es kompliziert ist... Manchmal nehmen sie den Autofahrern etwas weg und das bringt etwas, manchmal ist aber auch niemandem damit geholfen, weil irgendwie guter Wille da war, aber sonst nicht so viel.

Also ich denke worauf es ankommt ist, dass man fitte Stadtplaner in den Behörden sitzen hat, die sich da was sinnvolles ausdenken. Gerne auch maßgeschneidert für die spezifischen Gegebenheiten. Und man die tatsächlichen Probleme ausmacht und die mal mit Geld bewirft... Also ich denke letztendlich ist es das, was wirklich hilft.

Letztendlich muss auch was in den Gesetzen stehen, das ist klar. Ich finde es nicht falsch was hier gefordert wird. Ich finde es trifft aber auch nicht so wirklich.

[–] sascha@friendica.de 2 points 1 day ago (1 children)

@D_a_X Kann ich als jemand der beide Seiten, Stadt und Land kennt nicht unterzeichnen so lange es auf dem Land keine schnelle Alternative gibt um in die Städte zu kommen.

[–] D_a_X@feddit.org 4 points 1 day ago (1 children)

Ist halt immer die Frage, wie viel Menschenleben (und nicht nur das der Opfer) einem 10 oder 20 min Zeitgewinn wert sind.

Das hört sich böse an, aber auf das läuft jede Diskussion über Geschwindigkeitsbegrenzungen hinaus.

[–] sascha@friendica.de 3 points 1 day ago* (last edited 1 day ago) (1 children)

@D_a_X Nein läuft es nicht wenn man die richtigen Prioritäten setzt und die Menschen die in der Stadt/urbanen Raum leben nicht versucht gegen die Menschen die auf dem Land leben auszuspielen.

Man hat zumindest hier in Baden-Württemberg von staatlicher Seite über Jahrzehnte propagiert das Menschen, vor allen junge Familen, aufs Land ziehen und ihnen z. B. erzählt das sie ja mit dem Auto günstig mobil und flexibel sind, schnell in die Städte kommen. Doch das ist schon jetzt durch immer mehr Geschwindigkeitsbegrenzungen immer mehr Makulatur. Nein ich bin nicht gegen Geschwindigkeitsbegrenzungen, wenn es nach mir geht werden alle Hauptverkehrsadern in Städten und Dörfern auf 30 km/h gesetzt und Wohngebiete werden zu verkehrsberuhigten Bereichen. Jedoch muss man dann eben auch für jene die aufs Auto und die Mobilität durchs Auto angewiesen sind entsprechende gleichwertige Alternativen anbieten, welche ich eben nicht sehe.

PS. Wir reden nicht über Zeitgewinn, sondern über Zeitverlust. Und es ist für den Einzelnen schon sehr relevant ob man 30 oder 60 Minuten zur Arbeit braucht.

[–] tja@sh.itjust.works 1 points 4 hours ago* (last edited 4 hours ago) (2 children)

Aber es geht hier doch nur um Menschen, die auf dem Land leben?

Auf der einen Seite die, die sich ein Auto leisten.
Und auf der anderen Seite die, die, möglicherweise auch nur temporär, nicht mit dem Auto fahren können/dürfen. Aber dennoch auf dem Land ihr Ziel erreichen müssen.
Und es geht um das Leben der letzteren gegen die Zeit der ersteren.

Wo steht da was von Stadtbewohnern?

[–] sascha@friendica.de 2 points 3 hours ago (1 children)

@tja Es geht darum das die Petition stark auf die Sichtweise von Menschen die in den Städten wohnen ausgerichtet ist. wo das Fahrrad wirklich Massenverkehrsmittel ist und dabei die Perspektive jener die auf dem Land wohnen weitgehend ausgeblendet wird. Den die wollen über die meist größeren Strecken einfach nur schnell von A nach B kommen. Das wird schon jetzt in immer mehr Ortschaften (gerechtfertigt) verzögert, aber Landstraßen sind nun einmal dafür gedacht schnell von A nach B zu kommen, wobei ich z. B. bei nicht vorhandenen gut gemachten Fuß- und Radwegen mit einer regulären Höchstgeschwindigkeit von 70 kein Problem habe. Strecke ist nicht nur Geld, sondern eben auch Zeit. Und je mehr Geschwindigkeitsbegrenzungen es gibt, umso mehr Zeit braucht man. Da man beim ÖPNV meist auf Busse setzt btw. auch damit. Praktisches Beispiel? Als ich angefangen habe Auto zu fahren hat man vom Haus meiner Eltern im Dorf nach Heidelberg Zentrum mit dem Auto rund 30 Minuten gebraucht. Heute sind es 50 bis 60 Minuten. Das mag jetzt noch ok sein wenn man aller paar Wochen fährt, aber wenn man das fast jeden Tag fährt kostet es massiv Lebenszeit.

[–] tja@sh.itjust.works 1 points 3 hours ago (1 children)

Verstehe. Du findest also bei Landstraßen ohne Fuß-und Radweg eine Höchstgeschwindigkeit von 70 okay, aber 60 nicht zumutbar?

[–] sascha@friendica.de 2 points 3 hours ago (1 children)

@tja Ich finde das 70 eine Geschwindigkeit ist mit der man Überlandstrecken gerade noch so gut zurücklegen kann ohne große Zeitverluste zu haben. Alles darunter würde in diesem Bereich außerdem nicht nur den Auto- und Lastkraftverkehr, sondern auch den ÖPNV ausbremsen. Die Lösung heißt daher in meinen Augen eine gute Fuß- und Radinfrastruktur zu schaffen. Natürlich wäre ich wenn ich auf dem Land wohne auch mit einen wirklich gut gemachten innovativen ÖPNV der unabhängig von den Straßen ist glücklich, aber den gibt es nicht.

[–] tja@sh.itjust.works 1 points 2 hours ago (1 children)

Genau, das wären ja auch laut Petition die zwei Möglichkeiten, die Überlebenschancen der Fußgänger und Fahrradfahrer zu erhöhen:

60 km/h Höchstgeschwindigkeit oder gut ausgebaute Wege. Wenn dann jemanden die 60 zu langsam sind, kann er sich ja dafür einsetzen, dass die Wege ausgebaut werden. Finde ich fair.

[–] sascha@friendica.de 1 points 45 minutes ago

@tja Nur musst Du dann dazu sagen das gerade im ländlichen Raum die Chancen auf einen raschen umfassenden Ausbau der Fuß- und Radwege schon allein auf Grund der Fiskalischen Lage so gut wie unmöglich ist und das das eben lauter kleine Stücken sind. Deshalb weiter gegen Tempo 60 auf Landstraßen.

[–] Tudsamfa@lemmy.world 0 points 3 hours ago (1 children)

Wusstest du nicht? Fahrradfahrerende sind alles Städter, die auf unseren schönen Landstraßen Urlaub machen. Auf dem Land ist man ausnahmslos auf ein Auto angewiesen! ^Quelle^ ^fehlt^

[–] sascha@friendica.de 2 points 3 hours ago

@Tudsamfa Nein auch hier auf dem Land (ich bin gerade in meiner alten Heimat) gibt es einige wenige Radfahrer. Doch es fehlt an gut gemachter sicherer Fahrradinfrastruktur, da beim Bau der aktuellen Infrastruktur bei den Planern ein Auto zwischen den Ohren gesessen ist.