Lieber auf allen Bürgergeldempfängern herumhacken, als einen Reichen zu besteuern.
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Die 5 Bürgergeldempfänger, die einen auf einen faulen Lenz machen, bestrafen wollen und alle anderen, die aus Gründen, wie körperlicher oder geistiger Versehrtheit oder Carearbeit Bürgergeld beziehen, gleich mit in den Topf schmeißen.
Vergiss nicht die Anzahl an minderjährigen Empfänger/Schülern. Ganz schön asozial einfach ins falsche Elternhaus geboren worden zu sein.
Eine Voraussetzung für Bürgergeld ist, dass man mindestens 3 h täglich arbeitsfähig ist - andernfalls wäre die Rentenversicherung zuständig.
Theoretisch tut diese Forderung also nicht "alle anderen, die aus Gründen, wie körperlicher oder geistiger Versehrtheit oder Carearbeit Bürgergeld beziehen, gleich mit in den Topf schmeißen." - weil sie, wenn sie nicht arbeiten könnten, nämlich gar keinen Bürgergeldanspruch haben. Carearbeit zählt auch nicht - ist ein Skandal, zur Zeit aber die Rechtslage.
In der Praxis hast du natürlich recht, weil ein Großteil der Bürgergeldempfänger, die ich kenne, tatsächlich eigentlich Erwerbsunfähigkeitsrente kriegen müssten, diese aber nicht kriegen.
Für die "echten" Bürgergeldempfänger - also die tatsäghlich arbeitsfähigen Langzeitarbeitsloesen - finde ich diese Forderung theoretisch sogar als Teil eines umfassenden Rehabilitationsprozesses wichtig - wer > 1 Jahr aus dem Arbeitsprozess raus ist, hat kaum Chancen, wieder rein zu kommen. Das Problem ist, das das die absolute Minderheit ist, weil unser Sozialsystem die, die auf es angewiesen sind, krank und arbeitsunfähig macht. Und wenn Schulz seine Idee mit Druck und Kürzungen durchsetzen will, macht er die letzten arbeitsfähigen Bürgergeldempfänger auch noch kaputt.
Was immer zu kurz kommt bei dieser Debatte: wenn diese Menschen tatsächlich so "faul" sind wie ihnen unterstellt wird: Wer soll die denn einstellen? Wo sollen die arbeiten? Und noch so, dass sie nicht aufstocken müssen. Bleibt wohl nur eine Karriere als Politiker. Aber so tief wollen diese Menschen dann wohl doch nicht sinken.
Ich hab tatsächlich schon mehrfach drüber nachgedacht, in die Politik zu gehen. Nur leider könnte ich da wahrscheinlich nicht den produktiven Beitrag leisten, den ich gerne erbringen wollen würde, weil mir zu viele Torfköppe wie dieser Ministerpräsident die Arbeit unnötig schwermachen würden.
Geht mir auch so. Am meisten hasse ich diese hidden agenda.
Jo. Ich habe kein Problem damit, mit Menschen über mögliche Problemlösungsstrategien zu diskutieren, wenn wir auch wirklich das gleiche Problem lösen wollen, oder uns zumindest ehrlich einig darüber wersen wollen, wo denn wirklich die Probleme und Ursachen liegen.
Aber mit Menschen zu diskutieren, die ganz andere Vorstellungen haben, was denn tatsächlich Probleme sein könnten, oder denen gar nichts an einer Problemlösung liegt... Nope, da bin ich alleine durch den bloßen Gedanken daran schon wieder halb im nächsten Burnout.
Für die "echten" Bürgergeldempfänger
Die meisten Bürgergeldempfänger*innen arbeiten. Entweder stocken sie auf, weil der Ausbeuterbetrieb, bei dem sie angestellt sind, zu wenig zahlt, oder sind oft in Teilzeit, weil sie Angehörige pflegen oder Kinder erziehen müssen.
finde ich diese Forderung theoretisch sogar als Teil eines umfassenden Rehabilitationsprozesses wichtig - wer > 1 Jahr aus dem Arbeitsprozess raus ist, hat kaum Chancen, wieder rein zu kommen.
Du hast zwar Recht damit, dass viele sich nach langer Arbeitslosigkeit erstmal wieder an einen Standardarbeitstag gewöhnen müssen. Aber dafür dürfte sich die geforderte Maßnahme kaum eignen. Angebrachter wäre es, über einen gewissen Zeitraum (der auch abhängig von der Dauer der vorherigen Arbeitslosigkeit sein sollte) die Tages- und Wochenarbeitszeit Stück für Stück zu erhöhen, ähnlich wie es auch nach einer längeren Krankheit der Fall ist. Dabei kann ja zur Unterstützung weiter Bürgergeld gezahlt werden, damit der AG kein "Vollzeitgehalt an Minijobber" zahlen müsste (so würde das auch kaum ein AG mitmachen) und das Gehalt könnte mit der Arbeitszeit steigen, während das Bürgergeld entsprechend über die Zeit "ausgeschlichen" wird.
die arbeiten könnten, aber nicht arbeiten gehen
🙄
Ja, Schulze, so funktioniert das. Die müssten nur morgens aus dem Haus gehen, da liegt die bezahlte Arbeit ja nur so rum!
Auf dem Weg zum Supermarkt alleine versuchen mindestens fünf Firmen mich anzustellen. Da stehen bettelnd die CEOs in ihren Anzügen und halten mir Arbeitsverträge unter die Nase, passend zu meinen Qualifikationen und meinem Wohnort. KiTa-Plätze haben sie auch noch dabei, damit ich nicht Lifestyle-Teilzeit machen muss.
Das muss doch für Arbeitslose genauso sein!
Was für ein Blödsinn. Ich zahle doch genau dafür schon Steuern, dass das Sozialsystem mich auffängt, wenn ich keine Arbeit finde bzw. nicht arbeiten kann. Das ist doch meine Gegenleistung fürs Arbeitslosengeld, in welcher Form auch immer. Das ist der Grundsatz vom Land in dem ich lebe, das wir für einander aufkommen und einstehen. Wenn er Leute braucht, die für öffentliche Gelder Schnee schippen, kann er einfach eine öffentliche Stelle ausschreiben - das wäre sogar ein WinWin auf dem Arbeitsmarkt, idealerweise findet damit jemand einen Job aus der Arbeitslosigkeit und ist damit auch aus der Statistik raus. Da muss kein neues Werkzeug her, wir haben genau das was er will schon, nur eben mit weniger denunzierenden Formulierungen.
Ja, aber wie attackieren wir dann den Mindestlohn? Das ist ja das Game. Wir zwingen Arbeitslose zum Arbeiten, dann sagen wir "guck, die arbeiten sogar für bisschen Miete und Brotkrumen" und - zack - ist der Moment gekommen, den Mindestlohn abzuschaffen.
"Ja guck, wenn wir den abschaffen, dann ergeben sich direkt ganz viele Stellen, um der Arbeitslosigkeit Herr zu werden 👍"
Das läuft alles gerade so orchestriert, es ist gruselig. Siehe Aufweichung der Arbeitszeitregeln, Lohnfortzahlung bei Krankheit, diese merkwürdige Teilzeitdebatte. Ich wundere mich, dass die Absenkung der vorgeschriebenen Urlaubstage noch kein Thema war. Vermutlich, weil das quasi alle beträfe, und dann würden die Leute merken, dass es nicht nur "den faulen Anderen" an den Kragen geht.
Au ja, lasst uns auch direkt Armenhäuser einführen. (\s)
Die verstehen irgendwie nicht, wofür das Bürgergeld da ist und was eigentlich der Wunsch der Bürgergeldempfänger ist. Leibeigenschaft vermutlich eher nicht.
Da faselt der was von "sozialer Gerechtigkeit" geht/sprich aber die echte soziale Ungerechtigkeit nicht an... Ziemlich assig von ihm.
Die Debatte über solche Modelle sollte nicht mit Verweisen auf rechtliche Hürden blockiert werden
und
Ich halte es für falsch, wenn man sofort wieder mit Gesetzgebungen kommt und sagt: Das geht nicht, jenes geht nicht.
und dazu der gerade geleistete Amtseid
Ich schwöre, dass ich [...] Verfassung und Gesetz wahren [...] werde
War ihm anscheined sehr ernst mit seinem Amtseid! Top Mann, den will man doch als Ministerpräsident, wenn er keine Woche nach Amtseinführung schon bekundet, dass er Gesetze insgesamt jetzt auch nicht so dolle wichtig findet.
Die machen schon Maßnahmen und müssen etliche Bewerbungen schreiben und jetzt sollen gemeinnützige Tätigkeit machen? Wollen die den ein Burnout geben?
Die Gegenleistung sind meine Versicherungsbeiträge und Steuern du Eimer!
"Oh, Sie sind aber eine hübsche Bürgergeldempfängerin, die ich da von meinem Steuergeld mitfinanzieren soll. Da wäre es doch das mindeste, wenn da für mich ein paar Gefälligkeiten abfallen würden, wenn Sie verstehen was ich meine."