Frag Feddit
"tAtSäChLiCh" - lügst du sonst immer oder wie?
"Kriminelle Ausländer abschieben"
Das neue "Ich bin ja kein Rassist, aber ..."
"Im Alter wird man automatisch konservativer".
Wird oft wie ein absolutes Naturgesetz dargestellt und erzeugt bei mir auch immer so ein Gefühl von "wenn du erstmal soviel Lebenserfahrung wie ich angehäuft hast, würdest du auch CDU wählen, Jungchen".
Bin mir aber bewusst, dass es in einem anderen Kontext durchaus Sinn ergeben kann. Aber dafür ist meine Abneigung gegenüber einer gewissen politischen Partei zu groß.
Da bevorzuge ich die klarere Formulierung der goldenen Zitronen:
Junge, wer mit 20 kein Anarchist gewesen ist, aus dem wird nie ein guter Demokrat.

Ich glaube, dass das große Problem hier schlicht und einfach ist, dass der Begriff konservativ von politisch ganz merkwürdigen Leuten gekapert wurde, die alles sind, aber eben nicht konservativ. Es ist sicherlich so, dass man ruhiger wird, zufriedener, anders, wenn man irgendwann fest im Leben und im Job steht, die Schule hinter sich hat, vielleicht verheiratet ist oder gar Kinder hat. Dann geht es einem doch durchaus stärker darum, bestimmte Dinge, die man hat, zu bewahren, statt wie in jungen Jahren Dinge einfach nur verändern oder gar zerstören zu wollen. Das ist aber genau eben nicht das, was eine Partei wie zum Beispiel die CDU macht und zum Beispiel auch ein Trump ist definitiv nicht konservativ, sondern in dem Sinne disruptiv, revolutionär, wie auch immer man es nennen will. Von daher redet man da fleißig aneinander vorbei, weil die Begriffe falsch benutzt werden.
Jup, das denke ich auch.
Konservativ kann ja auch sein, dass man z.B. lieber gerne weiter Faxgeräte benutzen möchte, weil man eben darauf gelernt hat (ohne gleich einen politischen Bezug aufzumachen).
Aber wenn ich blutjunge Leute diesen Satz wiederholen höre, muss ich irgendwie mit dem Kopf schütteln, weil ich einen CDU-Marketing-Stunt vermute.
Ich starte mal gleich mit:
Der Klügere gibt nach
Warum genau sollte das eine gute Idee sein?
Gegenvorschlag:
Der Klügere kippt nach
Anders hält man die Welt ja kaum aus.
Dem Klügeren wird nachgegeben
- Känguru
"Wenn es umsonst ist bist du das Produkt!"
Es hat definitiv noch nie wertvolle Arbeit durch Freiwillige geben, besonders nicht bei Software...
Vor allem ist der Umkehrschluss falsch. Es gibt genug Dinge, für die du zahlst und wo du trotzdem als Produkt endest. Ein Premium-Abo verhindert nicht, dass irgendeiner der Big Tech Konzerne dich nicht umfangreich ausspioniert.
Vermutlich ist die Wahrscheinlichkeit, ausspioniert zu werden, im Durchschnitt bei bezahlten Produkten sogar größer.
Ich mein klar, es gibt Facebook und Co, aber abgesehen von den großen bigtech-Diensten sind rein zahlenmäßig die allermeisten wirklich 100% kostenlos in vollem Umfang nutzbaren Softwares ja welche aus dem open source-Kosmos, während die meisten bezahlten Produkte welche von gewinnorientierten Unternehmen sind, welche sich in der Folge von Gewinnerzielungs- und maximierungsabsichten für Nutzungs- und sonstige Daten interessieren.
(Natürlich nur ne Theorie/Vermutung)
Ich stimme dir dazu. Im Endeffekt sind solche Abos, glaube ich, sogar eine Falle. Wir haben das schon bei diversen Diensten gesehen: die Incentives die Abonnenten zu verarschen, sind einfach zu groß. Wer kauft sich so ein Premium-Ambo? Das sind einerseits Leute mit viel Geld, die kein Bock auf Werbung haben. Die sind aber gleichzeitig als Zielgruppe für Werbetreibende extrem interessant, weil sie viel Geld haben. Und dann gibt es noch viele Nutzer, die zum Beispiel den ganzen Tag auf YouTube hängen und auch kein Bock auf Werbung haben. Diese sind aber für YouTube extrem profitabel, weil sie natürlich sehr, sehr viele Stunden dort verbringen und man ihnen daher sehr viel Werbung zeigen kann. Macht man die Rechnung auf, gibt es immer den Business Case dafür, dass man irgendwie schleichend Werbung auch für zahlende Kunden einführt. Einfach, weil es hochprofitabel ist.
Wahr. Heißt es muss "Du bist immer das Produkt, außer dahinter stehen Einzelpersonen ohne Organisation" heißen
"Das haben wir schon immer so gemacht.", "Das haben wir noch nie so gemacht.", "Das ist Industriestandard" und ähnliche Aussagen sinnvollen (technischen) Veränderungen im Weg stehen.
Das können wir aus Versicherungsgründen nicht machen
Das können wir wegen der DSGVO nicht machen
Euphemismen für "hab' ich jetzt keinen Bock drauf". Keiner, der diese Sätze sagt, hat jemals die DSGVO oder seine Versicherungsbedingungen angeschaut.
"Anderen gehts viel schlechter als dir."
Ich soll mich am Leid anderer ergötzen während es mir trotzdem schlecht geht? Wie wär es mit "Scheiße, nein!"? Mal davon abgesehen, WAS HABE ICH EIGENTLICH WIRKLICH DAVON, VERFICKT NOCHMAL?!?!?
Typischer Whataboutism-Satz. Nur weil es irgendwo noch etwas viel Schlimmeres gibt, heißt es nicht, das etwas nicht schlimm sein kann.
Ergötzen soll man sich zwar nicht am Leid anderer, aber man soll dankbar sein für das was man hat.
Es hätte auch schlimmer kommen können.
Ja hätte es. Oder eben auch nicht. Aber was ändert es genau?
Und aus dem Chaos sprach eine Stimme zu mir:
"Lächle und sei froh, es könnte schlimmer kommen!"
Und ich lächelte und war froh,
Und es kam schlimmer.
"gefühlt" um alles vorsorglich zu relativieren.
Du bist fett, gefühlt.
Hey, was soll...
Nur "gefühlt"!
Ki nimmt dir deinen Job weg, warte nur noch 2 Jahre!!
Bro, noch paar Jahre bro.
Spiele dumme Spiele, gewinne dumme Preise.
Mag ich sehr gern, benutze ich regelmäßig. Tschuligom.
Wird halt leider oft verwendet, um Opfern von Polizeigewalt die Schuld in die Schuhe zu schieben.
Oder allgemein Menschen die Fehler gemacht haben jedes Mitgefühl und sogar grundlegende Menschenrechte zu verweigern.
Fühlt sich wie die englische Variante von "Selbst schuld, kein Mitleid" an.
Auch sehr schön finde ich "ficke herum, finde heraus"
"Geschichte wiederholt sich."
So ein dummer Satz, der von Leuten gedropt wird, die sich für ach so schlau halten.
...aber sie reimt sich.
Einen Scheiß macht die.
Kannst du es etwas mehr ausführen?
Historiker bringen dich für diesen Satz um, weil sie halt wissen, dass es keine Gesetze oder Wiederholungen in der Geschichte gibt. Es mag ähnliche Muster geben, aber am Ende des Tages ist jede Gesellschaft zu jeder Zeit einzigartig
Aber wenn jeder Historiker dich für diesen Satz umbringt, dann...wiederholt sich Geschichte?!
Außerdem "wiederholt" sich alles, wenn man arbritär lange Datensätze mit willkürlicher Präzision durchsucht. Das ist so, wie wenn man in Pi zweimal "149" findet und dann sagt: “Pi wiederholt sich."
Es ist was Es ist.